Opernehe Düsseldorf - Duisburg wird nicht geschieden

Einen Lichtblick in den dunklen Wolken über dem Düsseldorfer Opernhaus zeigte am Montag auch der Himmel: Grundsätzlicn wird die Kooperation zwischen Düsseldorf und Duisburg auch nach 2014 fortgesetzt. Foto:Kai Kitschenberg/WAZFotoPool
Einen Lichtblick in den dunklen Wolken über dem Düsseldorfer Opernhaus zeigte am Montag auch der Himmel: Grundsätzlicn wird die Kooperation zwischen Düsseldorf und Duisburg auch nach 2014 fortgesetzt. Foto:Kai Kitschenberg/WAZFotoPool
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Der Duisburger Stadtrat hat am Montag mit rot-rot-grüner Mehrheit für den Erhalt der Kooperation der Deutschen Oper am Rhein zwischen den Städten Duisburg und Düsseldorf gestimmt. Die Rheinoper wird allerdings ab 2014 mit rund einer Million Euro Etat weniger auskommen müssen.

Düsseldorf..  Die gute Nachricht vorab: Die Opernehe zwischen Düsseldorf und Duisburg wird nicht geschieden. Am Montag votierte der Duisburger Stadtrat mit rot-rot-grüner Mehrheit gegen den Vorschlag der Verwaltung, aus der Partnerschaft auszusteigen, um so elf Millionen Euro einzusparen.

Was passiert mit dem Ballett?

Allerdings wurde beschlossen, den Zuschuss ab 2014 jährlich auf maximal 9,5 Millionen Euro herunter zu fahren. Eine Festlegung auf konkrete strukturelle Konsequenzen war nicht Bestandteil des Beschlusses. Will heißen: Ob die in den vergangenen Tagen in den Raum gestellte Ausgliederung des Balletts aus dem Doppelinstitut Deutsche Oper am Rhein eine Folge dieser Duisburger Zuschusskürzung sein wird, ist noch offen.

Kooperation mit Köln fraglich

Statt dessen verschaffte man sich mehr Zeit für die Entscheidung, in welcher konkreten Form künftig der Gesellschaftervertrag angepasst werden könnte. Die ursprünglich am 31. Juli 2012 auslaufende Kündigungsfrist für die Theatergemeinschaft wurde um weitere drei Monate bis zum 31. Oktober verlängert. Luft, um mit den anderen Gesellschaftern, der Stadt Düsseldorf und dem Freundeskreis, Gestaltungsmöglichkeiten zu diskutieren. Wie lässt sich der Verlust von einer Million Euro auffangen? Gibt es eine neue Kooperation mit Köln?

Düsseldorfs OB Elbers hatte längst vorgefühlt. Köln unterhält zwar schon länger keine eigene Kompanie und hat Interesse am international renommierten Ballett unter Martin Schläpfer signalisiert. Allerdings wird auch in der Domstadt der Kulturetat eingedampft. Heute Nachmittag sollen bei einer Sitzung des städtischen Bühnenausschusses, laut NRZ-Information, die Mittel für den Tanz (rund 700 000 Euro für den Einkauf von Tanzgastspielen) gestrichen werden.

Zudem war der dortige Intendant Uwe Eric Laufenberg nach einem Streit mit der Stadt über den Opernetat in der vergangenen Woche fristlos entlassen worden. Mit wem also verhandeln in den nächsten Wochen? Kulturdezernent Hans-Georg Lohe soll mit seinem Amtskollegen aus der Nachbarstadt bereits Gespräche aufgenommen haben...

53 000 Stimmen für den Erhalt

„Wir sind erst einmal sehr froh, dass es überhaupt ein eindeutiges Votum für den Erhalt der Zwei-Städte-Partnerschaft zwischen Düsseldorf und Duisburg gibt,“ kommentierte Rheinopern-Sprecherin Tanja Brill das gestrige Duisburger Ergebnis der Ratssitzung. „Alles andere, mit welchen Partnern wir zusammenarbeiten und ob überhaupt, wird sich zeigen.“ Zu bevorzugten Lösungen von Intendant Christoph Meyer wollte sie sich gestern nicht äußern.

Mehr als 53 000, vielfach namhafte Stimmen - innerhalb von acht Wochen auch international gesammelt - hatten sich für die Fortsetzung der 1956 geschlossenen, sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich qualitativ gut aufeinander eingespielten Opernehe ausgesprochen.

 
 

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