OB Elbers hebt Suspendierung der Feuerwehrleute auf

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hat die Suspendierung der zehn Feuerwehrleute aufgehoben. Das sagte er am Freitag im Rathaus (Foto). Sie hatten ihren Dienstherrn auf Facebook persönlich wegen unbezahlter Überstunden kritisiert.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hat die Suspendierung der zehn Feuerwehrleute aufgehoben. Das sagte er am Freitag im Rathaus (Foto). Sie hatten ihren Dienstherrn auf Facebook persönlich wegen unbezahlter Überstunden kritisiert.
Foto: Lars Heidrich / WAZ Fotopool
Ab Samstagmorgen können die zehn suspendierten Beamten der Feuerwehr Düsseldorf wieder ihrer Arbeit nachgehen: Das gab am Freitag ihr Dienstherr, OB Dirk Elbers, bekannt. Die Disziplinarverfahren gegen die Männer, die Elbers auf Facebook kritisiert hatten, stellt die Stadt nicht ein.

Düsseldorf. Das Gespräch mit den zehn geschassten Feuerwehrleuten im Zimmer des Oberbürgermeisters am Freitagnachmittag dauerte länger als erwartet. Fast 60 Minuten. Aber dann, als OB Dirk Elbers gemeinsam mit den in Ungnade gefallenen Rettern und einem pensionierten Feuerwehrbeamten, gegen den ebenfalls disziplinarische Schritte eingeleitet wurden, im Ältestenratssaal zu einer eiligst einberufenen Pressekonferenz erschien, da war klar: Es ist zu Ende. Ein gutes Ende.

Den Feuerwehrmännern war die Erleichterung deutlich anzusehen, ihnen fiel ein Stein vom Herzen, als Elbers verkündete, die umstrittenen Suspendierungen gegen sie sofort aufzuheben. Zwar laufen die Disziplinarverfahren weiter, aber die Männer können wieder zu ihren Kollegen in den Wachen zurück. Um ihren Job müssen sie wohl nicht mehr fürchten. Möglicherweise kommen sie mit einer Ermahnung davon. Das wird das weitere Procedere zeigen.

Elbers hat ihre Entschuldigungen über den Facebook-Auftritt akzeptiert. Auslöser war der Streit um nicht gezahlte Überstunden bei der Feuerwehr. Einen dazu polemischen Leserkommentar, der missverständliche Anspielungen auf einen Rathaus-Brand enthielt, hatte einer der Feuerwehrmänner seinem Freundeskreis im sozialen Netzwerk kopiert, den Kollegen bewerteten. Dadurch sei, so die Darstellung der Stadtspitze, vor einigen Tagen der Eindruck erweckt worden, dass die betroffenen Feuerwehrmänner „gravierende Schadensereignisse im Rathaus für wünschenswert hielten.“

Auf Augenhöhe

Sein Vertrauen in diese Feuerwehrmänner habe „eine empfindliche Störung erfahren“, sagte OB Elbers. Deshalb die „befristete Suspendierung“. Erst die Entschuldigungsschreiben und das darauf arrangierte Treffen brachte die Wende: Es war ein „sehr offenes“, „ein wirklich gutes Gespräch“, sagte Elbers, ja es war „ein Männergespräch“, ergänzte der Sprecher der betroffenen Feuerwehrleute, Michael Pehl. „Wir sind glücklich und zufrieden, dass wir wieder in den Dienst gehen können.“ Die Unklarheiten seien beseitigt, die Standpunkte wurden dargelegt.

Der 44-jährige Hauptbrandmeister sprach hinsichtlich des Facebook-Auftrittes von einem „Missverständnis“. „Das tut mir sehr leid. Das haben wir nicht gewollt. Wir wollten niemandem etwas Schlechtes nachreden.“ Und unterstrich: „Das würde ich nicht noch einmal machen.“

Die Suspendierung der Feuerwehrmänner hat eine Welle der Solidarität ausgelöst - auch auf Internet-Plattformen. Dass es dabei zu „Beleidigungen“ und „Unflätigkeiten“ im Schutze der Anonymität gekommen seist, „war nicht hilfreich“ und „nicht sachdienlich“, kritisierte der Hauptbrandmeister. Was ihm besonders viel in den vergangenen Tagen geholfen habe, war „die Unterstützung durch meine Familie.“

In einer ersten Stellungnahme begrüßte die Gewerkschaft Verdi die Entscheidung des Oberbürgermeisters, die Suspendierungen zurück zu nehmen. „Wir freuen uns“, sagte Gewerkschaftssekretärin Britta Wortmann. „Jetzt erwarten wir, dass man nun auch das grundsätzliche Problem anpackt.“ Damit meinte sie die nicht ausgezahlten Überstunden der Feuerwehrmänner aus den Jahren 2001 bis 2005.

 
 

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