Neuer Beirat unterstützt Düsseldorfer Obdachlosenzeitung Fiftyfifty

Personalberaterin Maria Fischer ist Mitglied des neuen Beirats. Sie zeigte Solidarität mit dem angeschlagenen Verein und brachte vor dem Carsch-Haus Obdachlosenzeitungen unter die Leute.
Personalberaterin Maria Fischer ist Mitglied des neuen Beirats. Sie zeigte Solidarität mit dem angeschlagenen Verein und brachte vor dem Carsch-Haus Obdachlosenzeitungen unter die Leute.
Foto: Ingo Lammert / WAZ FotoPool
Die Obdachlosenzeitung Fiftyfifty erholt sich nur langsam vom Finanzskandal beim Sozialwerk der Franziskaner, mit dem sie selbst nichts zu tun hatte. Ein neuer Beirat mit teils prominenter Besetzung soll jetzt helfen, das angeknackste Image aufzubessern. Und ging dafür bereits selbst auf die Straße.

Düsseldorf.. Drei Monate nach seinem Bekanntwerden wirkt sich der Finanzskandal beim Sozialwerk der Armen Brüder des Heiligen Franziskus noch immer auf die Verkaufszahlen der Obdachlosenzeitschrift Fiftyfifty aus – obwohl deren Herausgeber, der gemeinnützige Verein Asphalt, gar nicht in den Skandal verstrickt war. „Wir verkaufen etwa 5000 Exemplare weniger im Monat“, sagt Asphalt-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Deshalb heißt es für ihn weiterhin: Raus in die Öffentlichkeit und für Fiftyfifty werben. So wie gestern, als der teils prominent besetzte neue Vereinsbeirat vor dem Carsch-Haus Zeitungen verkaufte.

„Unsere Verkäufer haben die Folgen des Finanzskandals am meisten zu spüren bekommen“, sagt Ostendorf. Regelrecht verhöhnt worden seien sie. Manch einer hätte ihnen 50 Cent zugesteckt mit dem Zusatz „Aber nicht verzocken!“. Auch viele Künstler waren empört, wollten keine Bilder mehr für die Vereinsgalerie spenden. Asphalt zog die Notbremse, trennte sich vom Sozialwerk der Armen Brüder, dessen Chefs beim insolventen Finanzdienstleister Infinius 7,2 Millionen Euro verloren hatten.

Großspender verlangen Testat, Franziskaner weigern sich

Seitdem ziehen zumindest die Spenden wieder an. Gestern erhielt Ostendorf die Zusage für ein Ölgemälde von Hermann Josef Kuhna, dem Schöpfer der bunten Burgplatz-Mauer. Am 13. Juni zeigt Asphalt zudem eine Ausstellung des Bildhauers Stephan Balkenhol. Eine Grafik von Gerhard Richter brachte 200 000 Euro ein, die bereits in zwei Wohnungen für Obdachlose investiert wurden. Eine weitere soll folgen.

Es gibt also erste positive Signale, doch gerade viele Großspender halten sich noch bedeckt. Sie verlangen ein Testat, das bestätigt, dass ihr bisher überwiesenes Geld tatsächlich den Obdachlosen zugute gekommen ist. Ein solches Schreiben kann nur Bruder Matthäus, Vorsitzender des Sozialwerks der Franziskaner, ausstellen. „Er gibt es uns aber nicht“, sagt Ostendorf. Schon im März hatte Asphalt mit Hilfe von Rechtsanwalt Rainer Felkl das Testat erbeten, mittlerweile sogar eine Frist gesetzt. „Die läuft in zwei Wochen aus“, so Felkl, der ebenfalls im neuen Beirat sitzt.

„Gutes Konzept, die richtigen Ziele“

Mit dabei sind auch die Schriftstellerin Ingrid Bachér, Künstlerin Ulrika Eller-Rüter, Schauspielerin Jasmin Hahn, Autor Peter Martin, Karikaturist Berndt A. Skott, die Fiftyfifty-Verkäufer Elvira Nagel und Martin Paul sowie Personalberaterin Maria Fischer, die ihr Engagement so begründet: „Fiftyfifty hat ein gutes Konzept, die richtigen Ziele, das kann man guten Gewisses auch als Unternehmer unterstützen.“

 
 

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