Netzwerk der professionellen Unterstützung

Ein gemeinsames Konzept zur Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) bei so genannten Großschadenslagen haben gestern Vertreter der auf diesem Feld tätigen Organisationen in der Leitstelle der Feuerwehr unterzeichnet. Damit ist Düsseldorf die erste Großstadt in Deutschland, die bei entsprechenden Großereignissen die Psychosoziale Versorgung unter Einbezug aller beteiligten Organisationen auf eine genau geregelte Basis stellt. Tragischer und ungeheurer Zufall, dass dieses Konzept bereits gestern im Rahmen der Flugzeugkatastrophe am Airport zum Tragen kam.

Es gilt sicherzustellen, dass den Betroffenen in der Einsatzkleidung der „lila Westen“ nur fachkompetente und für den Einsatz autorisierte Menschen begegnen. Das Spektrum der Hilfen reicht von der angemessenen Präsenz und einer unaufdringlichen, adäquaten Ansprache der Menschen vor Ort, über die Vermittlung von Schutz und Sicherheit, der Organisation von Hilfe, wie beispielsweis einer sicheren Rückreise von der Schadensstelle oder der Unterstützung beim Finden alltagsnaher Lösungen, bis hin zum Angebot weiterführender, bei Bedarf auch psychotherapeutischer Behandlungsangebote.

Auf Initiative der Leitenden Notfallpsychologin des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Sabine Rau, wirkten folgende im PSNV-Netzwerk Düsseldorf vertretenen Fachleute an dem neuen Konzept mit: Gesundheitsamt und Feuerwehr Düsseldorf, Zentrum für Schulpsychologie, Notfallseelsorge sowie Telefonseelsorge Düsseldorf, Flughafenfeuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Die Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser Hilfsdienst, Polizei, Technisches Hilfswerk und Weißer Ring.

Da bei einem großen Schadensereignis oder bei einem Massenanfall von Verletzten auch körperlich unverletzte Betroffene, beispielsweise Angehörige oder Unfallzeugen, psychische Schäden erleiden können, initiierte die Feuerwehr Düsseldorf 2009 ein Netzwerk von professionellen Unterstützern, um diesen Personenkreis ebenfalls zu betreuen. Das Netzwerk bietet sowohl unmittelbar am Einsatzort – dann unter der Federführung der Leitenden Notfallpsychologin und ihres Teams, das sich aus Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und der Feuerwehr zusammensetzt – als auch in der Nachsorge – in Verantwortung der jeweiligen Organisation – Betroffenen Beistand und Unterstützung.

Ist die Unterstützung des PSNV Netzwerkes an einer Einsatzstelle erforderlich, so informiert die Leitstelle der Feuerwehr die zuständigen Mitarbeiter. Ein Einsatz des Teams LNP erfolgt bei Schadensereignissen, bei denen fünf und mehr notfallpsychologisch zu versorgende Betroffene oder beteiligte Personen vorhanden sind.

Die Mitwirkenden treffen sich regelmäßig, planen ihr Vorgehen, sam-meln Erfahrungen in Einsatzübungen und reflektieren ihre Einsatzer-lebnisse. Das Konzept wurde maßgeblich durch Sabine Rau, Gisela Zurek (Ambulanz für Gewaltopfer, Gesundheitsamt) und Jan Mall-mann-Kallenberg (Leiter des OPEN Teams, Feuerwehr Düsseldorf) erarbeitet und wird auch durch die Unterschriften von allen Partnern als Leitlinie für zukünftige Zusammenarbeit und Organisation anerkannt.

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