Nazan Eckes schreibt „Guten Morgen, Abendland!“

Moderatorin Nazan Eckes am 7. Oktober auf der 62. Frankfurter Buchmesse. Foto: Michael Gottschalk/dapd
Moderatorin Nazan Eckes am 7. Oktober auf der 62. Frankfurter Buchmesse. Foto: Michael Gottschalk/dapd
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Düsseldorf.. Nein, einen Beitrag zur Integrationsdebatte will RTL-Moderatorin Nazan Eckes nicht leisten. Die langweile sie, sagt die Deutsch-Türkin. Trotzdem hat sie ein Buch über ihre türkische Familie in Deutschland geschrieben: „Guten Morgen, Abendland!“

„Das Zusammenleben von Deutschen und Türken ist wie eine arrangierte Ehe. Wir wurden verkuppelt, weil es wirtschaftlich notwendig war, und jetzt leben wir irgendwie nebeneinander her. Schade eigentlich“, findet Nazan Eckes.

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Die TV-Moderatorin (RTL, „Let’s Dance“) und Deutsch-Türkin hat ein Buch geschrieben. „Guten Morgen, Abendland!“ heißt es und sie stellt es am Mittwochabend in der Mayerschen Buchhandlung an der Königsallee vor.

Nein, ein Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte soll es nicht sein. Denn die langweile sie „zu Tode“. Vielmehr will die 34-jährige eine Familiengeschichte erzählen. „Von einer Familie, die seit zwei Generationen in Deutschland lebt, hier Fuß gefasst hat und hier glücklich ist.“ Es soll bei allem negativen, das die Schlagzeilen dominiert, ein positives Beispiel für gelungene Integration sein.

Stolz auf Vater, der Deutschkurs besuchte

Locker plaudert die Kölnerin auf 235 Seiten über Kindheitserlebnisse, die geprägt waren von der Kultur ihrer Eltern, aber auch von deren gewählten neuen Heimat Deutschland. Wie sie in der Schule schwindelte und behauptete „ich mag kein Schweinefleisch“, um nicht zugeben zu müssen, dass Muslime kein Schweinefleisch essen. Wie der Vater ihr verbot mit auf Klassenfahrt zu gehen, weil er bedenken hatte, was alles passieren kann, wenn Jungs und Mädchen gemeinsam unterwegs sind.

Stolz schwingt mit, wenn Nazan Eckes über ihren Vater spricht, der als einziger von 120 Migranten in den 60ern einen Deutschkurs belegte. Obwohl die Eltern darauf bestanden, dass die Töchter die türkische Sprache lernten, gab der Vater ihnen mit auf den Weg: „Wenn ihr nicht am Fließband enden wollt, seid gut in der Schule“. Den Rat nahm sich Nazan zu Herzen, machte Abitur und ging im Anschluss zunächst zum Musiksender Viva und drei Jahre später zu RTL.

Mit 18 die Nase von Deutschland voll

Mit 18 hatte Nazan zeitweilig die Nase voll von Deutschland. Ihr war das „Heimatgefühl“ abhanden gekommen. Das hoffte sie in der Türkei zu finden. Doch bald wurde ihr klar, wie sehr sie mit der Wahl-Heimat ihrer Eltern und ihrem Geburtsland verwurzelt ist.

Aus Nazan Üngör wurde Nazan Eckes, aus dem türkischen wurde ein deutscher Nachname. Hat sie sich dadurch verändert? „Ja“, sagt Nazan, „Gott sei Dank.“ Hat sie ihre Wurzeln vergessen? „Nein, Gott sei Dank nicht. Mein Herz schlägt deutsch und türkisch.“

Nazan Eckes liest am Mittwochabend in der Mayerschen/Droste Buchhandlung (Königsallee 18) aus ihrem Buch „Guten Morgen, Abendland“. Beginn: 20.15 Uhr.

 
 

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