Nach Knatsch um Düsseldorfer Heine-Jury - Politik soll sich raushalten

Peter Kern, österreichischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent, kündigt einen alternativen Heine-Preis für Düsseldorf an.
Peter Kern, österreichischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent, kündigt einen alternativen Heine-Preis für Düsseldorf an.
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Der Streit um die Jury-Besetzung für den Düsseldorfer Heine-Preis brodelt weiter. Peter Kern, den CDU und FDP, nicht in dem Gremium sehen wollen, kündigte nun die Vergabe eines „alternativen Heine-Preises“und ein Heine-Lesefest auf dem Burgplatz an, sollte die Politik sich nicht künftig raus halten.

Düsseldorf.. Er ist Schauspieler und Regisseur. Und kein schlechter: Die Pressekonferenz am Donnerstag von Peter Kern in Düsseldorf war eine Inszenierung. Wortgewaltig und gestenreich kritisierte er vor Journalisten, Fotografen und Kamera-Teams die Stadt für ihre Entscheidung, ihn nicht in die Jury zur Vergabe des städtischen Heine-Preises zu lassen. Dabei kritisierte er vor allem CDU und FDP, die dies mehrheitlich beschlossen hatten.

Kerns Fazit war daher eindeutig - und bereits in der NRZ zu lesen: Er forderte, den Heine-Preis der Politik zu entziehen. Er solle von einer Düsseldorfer Institution organisiert und verliehen werden. „Und zwar ohne Teilnahme von Politikern“, so Kern. Er denke da an das Heine-Institut oder die Heine-Uni. Andernfalls, so Kern, wird es einen „alternativen“ Heine-Preis geben. Vorbereitungen dafür laufen: „In der Jury werden keine Bürgermeister sitzen sondern kompetente Künstler aus ganz Europa. Verliehen wird der Preis von einem Friedensnobelpreisträger.“ Gleichzeitig kündigte Peter Kern ein Heinrich-Heine-Lesefest im September auf dem Burgplatz an.

Ärger über Aussagen, dass er nicht zur Stadt passe

Immer noch verärgert ist Peter Kern über Aussagen von OB Elbers und Bürgermeister Friedrich Conzen (beide CDU), wonach er nicht in die Stadt passe, nicht zum Preis, nicht in die Jury. „Ich wurde nicht nur als Schauspieler für zu blöd gehalten, an der Heine-Jury teilzunehmen – mir ist sogar der künstlerische Zugang zu Düsseldorf abgesprochen worden.“ Kern erinnerte an seine Zeit am Schauspielhaus und seinen Film „Johannas Leidenschaft“, der am 27. August anlässlich des 65. Todestages von Johanna Ey in Düsseldorf gezeigt wird. Außerdem habe er ein Stück über Mutter Ey geschrieben und am Schauspielhaus inszeniert: „Dies zu Erinnerung an Herrn Conzen, warum ich angeblich nicht in diese Stadt passe.“

Kern ließ es sich nicht nehmen, frühere Düsseldorfer Politiker zu loben: „Ich habe Düsseldorfer Stadtpolitik at it’s best unter Marlies Smeets (SPD) erlebt. Und selbst Oberbürgermeister Erwin habe ich schätzen lernen dürfen.“

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