Morten Harket auf klebrig-zuckersüßen Solopfaden unterwegs

Morten Harket, einst Frontmann von A-ha, trat solo in Düsseldorf auf. Foto: Lars Heidrich / Waz Foto Pool
Morten Harket, einst Frontmann von A-ha, trat solo in Düsseldorf auf. Foto: Lars Heidrich / Waz Foto Pool
Morten Harket, ehemals Sänger der erfolgreichen norwegischen Band A-ha, trat in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf auf. Rund 2500 Zuschauer waren dabei, die meisten weiblich und - ebenso wie Harket - in den 80er-Jahren jung und wild gewesen. Bei dem einstigen Teeny-Schwarm verfängt immer noch die Optik.

Düsseldorf.. Die Zahlen sind beeindruckend: 28 Jahre lang war Morten Harket als Frontmann mit A-ha unterwegs, mehr als 80 Millionen Tonträger hat die norwegische Kult-Band verkauft, war mit dem Video zum Welthit „Take On Me“ stilprägend. „Mit A-ha bin ich durch“, sagte der Sänger allerdings unlängst.

Was nicht abschätzend gegenüber den alten Kollegen gemeint ist, sondern nur seinen Fokus auf eine eigene Karriere untermauern sollte. Seit knapp zwei Jahren wandelt Harket konsequent auf Solo-Pfaden, dieser Weg führte ihn nun in die Mitsubishi Electric Halle. Rund 2500 Zuschauer sind an diesem Abend dabei, das Gros weiblicher Natur und ebenso wie Harket in den 80er-Jahren jung und wild gewesen.

Nolwenn Leroy im Vorprogramm

So muss die charmante französische Sängerin Nolwenn Leroy im Vorprogramm zunächst nicht nur gegen permanente Tonprobleme eines übersteuernden Bass ansingen, sondern auch gegen eine Portion Skepsis im Publikum. Ihr mystischer, auf französisch, bretonisch und gälisch vorgetragener Folk-Pop kann denn seinen Zauber auch nicht gänzlich entfalten, wird aber dann doch zu Recht mit warmem Applaus bedacht.

Danach entert Harket die Bühne, ganz in schwarz gekleidet, in cooler Pose mit Sonnenbrille – und die Damenwelt löst die Ordnung des bestuhlten Konzerts kurzerhand auf, stürmt gen Bühne. Schließlich verfängt bei dem einstigen Teeny-Schwarm immer noch die Optik, es gilt, die beste Sicht auch für die eigene Handy-Kamera zu haben. Man(n) muss an dieser Stelle anerkennen, dass der 52-Jährige immer noch in Top-Form ist.

Mit seiner Kapitalismuskritik „Burn, Money, Burn“ startet der Sänger, um dann rund 90 Minuten klebrigen, zuckersüßen Schmacht-Pop folgen zu lassen. Den wuchtet Harket mit dem für ihn typischen Falsett-Gesang konsequent über die Kitsch-Grenze hinweg – würde er auf deutsch singen, er wäre als Schlager-Sänger gegeißelt.

Den Fans gefällt es trotzdem, oder gerade deswegen, zudem weiß der Norweger seine Optik gekonnt in Szene zu setzen. Jede Pose wird bejubelt, da fällt kaum auf, dass auch er mit Soundproblemen zu kämpfen hat und im zweiten Song flugs Einzelteile des defekten Schlagzeugs gewechselt werden müssen.

A-ha-Cover als Kleinode

Musikalisch wirken die eingestreuten A-ha-Cover wie Kleinode gegenüber Harkets Solo-Schmacht-Werken, allerdings punktet der in Ansagen mit bodenständigem Charme und Witz, der konträr zu seinen Posen steht. Zum Schluss drehen „Foot Of The Mountain“ und „Take On Me“ den Jubel noch höher. Harket weiß, was er seinem Publikum schuldig ist. Er mag mit A-ha durch sein, seine Fans sind es lange noch nicht.

 
 

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