Düsseldorf

Mondfinsternis 2018 – Ein zweites Spektakel beim Blutmond sorgte bei vielen Menschen für Gänsehaut

In Düsseldorf kam es während der Mondfinsternis am Freitagabend zu einem ungewöhnlichen Phänomen.
In Düsseldorf kam es während der Mondfinsternis am Freitagabend zu einem ungewöhnlichen Phänomen.
Foto: Peter Sieben
  • Die Mondfinsternis 2018 hat am Freitag viele Menschen zu Sternenguckern gemacht
  • Fast zwei Stunden lang war der Blutmond am Himmel zu sehen
  • Doch noch ein weiteres unheimliches Spektakel hat bei vielen für Gänsehaut gesorgt

Düsseldorf. Ein blutroter Mond, der dann beinahe ganz zu verschwinden scheint. Dann plötzlich: Millionen und Abermillionen Insekten, die wie aus dem Nichts auftauchen und durch die Straßen schwirren.

Ein bisschen hat sich das nach Weltuntergang angefühlt, was am Freitagabend auf dem Höhepunkt der Mondfinsternis 2018 in Düsseldorf passierte.

Mondfinsternis 2018: Irres Phänomen nach dem Blutmond in NRW

Ganze Insektenwolken flogen während der Mondfinsternis um Straßenlaternen, bedeckten die Fahrbahnen. Unter anderem in Bilk und Volmerswerth war das merkwürdige Phänomen zu beobachten. Viele Düsseldorfer blieben verblüfft stehen oder kamen aus ihren Häusern, um das zweite Spektakel des Mondfinsternis-Abends zu beobachten - und zu hören: „Wir haben zuerst vom Balkon das Geräusch gehört und wollten dann wissen, was das ist“, erzählt eine Anwohnerin.

Und tatsächlich: Die Insektenwolken produzierten ein deutlich wahrnehmbares Surren. Das unheimliche Phänomen hatte fast schon etwas Mystisches - „wie der Beginn der sieben Plagen oder die Apokalypse“, scherzte ein älterer Herr, der mit seiner Kamera eigentlich den Blutmond beobachten wollte.

Mondfinsternis-Phänomen: Manche hielten die Tiere für Motten

Auch in anderen Städten in NRW und in ganz Deutschland hat es offenbar ähnliche Phänomene gegeben. Viele hielten die Insekten anfänglich für Motten.

Höchstwahrscheinlich handelte es sich bei den Millionen von Insekten um Eintagsfliegen. Von ihnen gibt es Tausende Arten, allein 300 leben in Europa.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Auto brennt in Erkrather Tiefgarage – Feuerwehr und Polizei muss Menschen davon abhalten, in den Rauch zu rennen

Mysteriöser Mord an Yasmina T. (†25) aus Düsseldorf: Polizei nennt furchtbare Details

• Top-News des Tages:

Parkdeck im Allee-Center treibt die Kunden auf die Palme - ein Einfall der Betreiber könnte sie jetzt besänftigen

Stichwort „Fettsack“: Frank Rosin will mit Topmodel-Figur beeindrucken

-------------------------------------

Die bis zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern kleinen Fluginsekten haben einen wurmartigen Körper, Fortsätze am Hinterleib und zwei große Flügelpaare.

Eintagsfliegen häuten sich immer wieder

Die Tiere verbringen ein Jahr lang in verschiedenen Metamorphosestadien, bevor sie sich am Ende ihres Lebens als flatternde Insekten in die Lüfte erheben.

Die letzte Wandlung passiert nach einer Häutung in der Nähe von Gewässern oder direkt auf der Wasseroberfläche. Aus den Larven schlüpft dann eine noch nicht geschlechtsreife Vorform der erwachsenen Eintagsfliegen, die sich innerhalb weniger Tage immer weiter häuten und dann geschlechtsreif werden.

„Gruppenorgie“ während der Mondfinsternis

Manchmal sammeln sich dann Millionen der Tiere zu sogenannten Hochzeitsschwärmen: Die weiblichen Insekten werden dann von den männlichen ergriffen und dann im Flug begattet.

Das Phänomen in Düsseldorf nach der Mondfinsternis war letztlich also quasi eine gigantische Freiluft-Gruppenorgie.

Die extrem starke Population der Eintagsfliegen dürfte auch mit den extremen Temperaturen während der langanhaltenden Hitzewelle 2018 in NRW zusammenhängen.

Hitzewelle: Eintagsfliegen schlüpfen alle gleichzeitig

Bei hohen Temperaturen häuten sich Millionen Larven gleichzeitig und schwärmen aus zur Paarung. Danach fliegen die Weibchen zurück zu den nahen Gewässern und legen ihre Eier ab. Bald danach sterben sowohl die Männchen wie auch die Weibchen.

Dass die Tiere in einigen Gebieten in unglaublichen Massen auftreten, spricht zumindest für eine passable Wasserqualität der Flüsse: Denn gemeinhin gilt, dass Eintagsfliegen eher nicht in verdreckten Gewässern ihre Eier ablegen.

Wetter in NRW: Tropische Temperaturen sind gut für Insekten

Erst im Juni hatte es ein ähnliches Insekten-Phänomen in vielen Städten in NRW und ganz Deutschland gegeben. Unter anderem in Essen und Oberhausen berichteten viele von Ameisen-Schwärmen.

Die fliegenden Ameisen trafen sich ebenso wie die Eintagsfliegen zur Fortpflanzung - und das in Massen.

„Die Ameisen sammeln sich gerade in der Nähe ihrer Nester zum Hochzeitgeflüster“, so Biologe Thomas Eltz von der Ruhr-Uni Bochum.

Dass die Ameisen in diesem Jahr in so ungewöhnlich großer Zahl auftauchen, liege an den tropischen Temperaturen. 2018 sei ein „insektenfreundliches Jahr“ in Deutschland.

Mondfinsternis ist nicht das letzte Spektakel des Jahres

Die Mondfinsternis war nicht das letzte Weltraumspektakel in diesem Jahr.

Im August werden besonders viele Sternschnuppen am Himmel zu sehen sein. Die Quelle für den Meteorstrom liegt in den Perseiden. Der Höhepunkt des Sternschnuppenspektakels wird in den Morgenstunden des 12. Augusts sein.

Sternschnuppen im August

Weil dann Neumond ist, wird es kaum Mondlicht geben: Die Sternschnuppen werden dann besonders deutlich zu sehen sein.

Bei dem wahrscheinlich schönsten Sternschnuppen-Strom des Jahres beschert werden wir dann hundert Meteore pro Stunde beobachten können.

Und im November werden die Leoniden gut sichtbar sein. Sie erscheinen morgens. (pen/mj)

 
 

EURE FAVORITEN

Richter erläutert Sami A.-Urteil

Richter Dirk Rauschenberg erklärt den juristischen Hintergrund zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster.
Do, 16.08.2018, 15.38 Uhr

Richter Dirk Rauschenberg erklärt den juristischen Hintergrund zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster.

Beschreibung anzeigen