Mehr Abstand zu Radlern halten

Es war ein furchtbarer Unfall: Ein Radfahrer prallte auf der engen Volmerswerther Straße seitlich mit einem Auto zusammen, das ihn gerade überholte. Der 57-jährige Radler stürzte und erlitt schwerste Verletzungen. Seit dem Zusammenprall Ende März liegt er im Koma, berichtet Polizeisprecher Jochen Schütt. Im Rahmen ihrer Kampagne „Sehen und gesehen werden“ für mehr Rücksicht im Verkehr betont die Polizei deshalb mit Nachdruck: Beim Überholen von Radfahrern müssen Autofahrer je nach Größe des Wagens mindestens 1,5 bis 2 Meter Platz für das Zweirad halten.

„Wer als Autofahrer nicht genug Abstand hält, wenn Radler vielleicht mal wegen eines Gullys einen Schlenker machen, ist bei einem Unfall durchaus mit verantwortlich“, betont Polizeisprecher Schütt. „Auch ein kleiner Lkw muss also beim Überholen eines Fahrrads mindestens zwei Meter Abstand halten.“

Dort wo im März der schreckliche Unfall geschah, auf der Volmerswerther Straße in Höhe der Handwerkskammer, stellte die Polizei gestern einen Überholvorgang mit einer Radfahrerin nach: Polizeibeamtin Christine Brinkkötter, rollt mit dem Rad durch die Engstelle. Fahrlehrer Ünal Kirbag mit seinem 7,5 Tonner kann dort gar nicht weit genug ausweichen. „Das bedeutet, dass Überholen hier gar nicht möglich ist!“ macht Schütt klar.

Auch außerhalb der Engstelle kann der Lkw-Fahrlehrer kaum an der Radlerin vorbei, wenn er genügend Abstand hält. „Dort ist überholen also nur ohne Gegenverkehr möglich“, stellt Simon Höhner klar, Geschäftsführer der Verkehrswacht, die die Polizei-Kampagne „Sehen und gesehen werden“ mit trägt. „Einfach mal eine Minute warten, wenn man nicht überholen kann“, empfiehlt er. „Wir wollen die Autofahrer dafür sensibilisieren, damit solch schlimme Unfälle wie hier auf der Volmerswerther Straße nicht mehr passieren.“

Schließlich war der schwere Zusammenprall mit einem Radfahrer in Bilk nicht der einzige in diesem Jahr: Laut Polizei gab es von Januar bis Mai 327 Unfälle mit Radlern, das sind 94 mehr als zum gleichen Zeitraum im Jahr zuvor. Schließlich gab es einen mildes Frühjahr, und viele Düsseldorfer nutzten daher das staufreie Verkehrsmittel. Dabei verunglückten insgesamt 272 Zweiradfahrer, 41 wurden schwer und 234 leicht verletzt – eine Zunahme von 40 Prozent in nur fünf Monaten.

Vor wenigen Wochen war ein Lastwagen gegen 9 Uhr in Oberkassel auf der Luegallee in Richtung Innenstadt unterwegs. Er wechselte nahe der Oberkasseler Straße von der linken auf die rechte Fahrbahn und übersah dabei ein 35-jährige Radlerin. Weil der Lkw-Fahrer nicht auf den Abstand achtete, wurde die Frau zwischen parkenden Autos und Lkw eingeklemmt und stürzte. Sie musste wegen ihrer schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Der Lkw-Lenker beging Fahrerflucht.

 
 

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