Massenschlägerei auf dem Fußballplatz - Prozess geht weiter

Mit einer Massenschlägerei endete das Spiel der Kreisliga C, ein Spieler lag am Ende bewusstlos am Boden. Das Nachspiel findet nun vor dem Amtsgericht statt: Drei Spieler sollen Schläge und Tritte abgegeben haben. Einen davon sprach das Gericht am Montag frei. Für die anderen geht der Prozess weiter.

Düsseldorf. Das Spiel zwischen Sparta Bilk und Sportring Eller war schon angespannt verlaufen. Ein letztes Foul in der 90. Minute ließ die Situation eskalieren. Der gefoulte Bilker (21) beschimpfte den Verursacher rassistisch, ein anderer wollte ihn zur Rede stellen, es entstand ein Handgemenge und dann eine Schlägerei. Der 21-Jährige erlitt Prellungen, ein Schleudertrauma und eine Gehirnerschütterung.

Auf der Anklagebank saßen ein Bürokaufmann (31) mit libanesischen Wurzeln, ein Fachlagerist (25), der in Ghana geboren ist, und ein Berufskolleg-Schüler (21), der ebenfalls aus Ghana stammt. Alle drei spielten für Eller. Sie sollten mit der Schlägerei begonnen, der 21-Jährige das Opfer brutal auf den Kopf getreten haben.

Derbe Beschimpfungen vor Beginn der Schlägerei

Der 25-Jährige gab das Foul freimütig zu, das der Auslöser war. Der andere habe ihn zuvor auch gefoult. Bei der Revanche habe der Bilker ihn dann als „Scheiß-Nigger“ beschimpft.

Er habe sich abgewendet, doch der ebenfalls dunkelhäutige 21-Jährige hatte den Bilker am Kragen gepackt: „Ich konnte es nicht fassen!“ Er fragte: „Was hat Du gesagt?“ Der 25-Jährige habe versucht, ihn wegzuziehen. „Ich wollte schlichten!“ Beide beteuerten, das Opfer weder geschlagen noch getreten zu haben. Der 31-Jährige, der dazukam und mit „Hau ab, Kanake!“ beleidigt worden sein soll, soll als erster zugeschlagen haben. Er schwieg im Prozess.

Das Opfer, das zumindest den Ausruf „Neger!“ zugab, und ein Mannschaftskollege erinnerten sich, gesehen zu haben, wie der 31-Jährige und der 25-Jährige zuschlugen. Doch wer zugetreten hat, dafür gab es keine Zeugen. Daher wurde der jüngste Angeklagte freigesprochen. Für die beiden anderen geht es 15. April weiter. Der Richter deutete an, dass nach den Zeugenaussagen eine Verurteilung wahrscheinlich ist. Dabei würden jedoch die vorhergehenden Beleidigungen berücksichtigt.

 
 

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