Lebensretter Nabelschnur-Blut

Es ist eine simple Botschaft, die das Bild eines Säuglings auf der Internetseite der José Carreras Stammzellbank des Universitätsklinikums Düsseldorf vermitteln will. „Meine Mama sagt, ich habe schon Leben gerettet. Wir haben bei meiner Geburt gespendet“. Woran die Bildunterschrift appelliert, ist tatsächlich einfach: Nabelschnurblut spenden. Und das, was die Stammzellbank Düsseldorf daraus macht, ist auch ein fertiges Arzneimittel - und das gibt es sogar auf Rezept eines Transplantations-Zentrums. Gerade auch für Leukämiepatienten, für die kein passender Knochenmark-Spender gefunden werden konnte. In diesen Tagen empfing ein erwachsener Patient das 1000. Nabelschnurbluttransplantat aus Düsseldorf.

Bis zu diesem Monat wurden an der Moorenstraße 23 345 Spenden konserviert, sie stehen den Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung. In der Vergangenheit wurden meist Kinder mit Nabelschnurblut transplantiert, mittlerweile erhalten Erwachsene 60 Prozent der Transplantate, 40 Prozent wurden bei Kindern eingesetzt.

Immer mehr Frauen in Düsseldorf entscheiden sich dafür, der Allgemeinheit das Nabelschnurblut ihres Kindes zu spenden. Für die Frauen entstehen dabei keinerlei Kosten. Nach der Entbindung eines gesundes Babys wird die Nabelschnur nicht entsorgt, sondern vielmehr ihre Vene punktiert, aus der sich dann etwa 100 Milliliter Blut abzapfen lassen. In einer Reinraum-Anlage, ähnlich wie in der Chip-Industrie, werden die nicht benötigten Bestandteile entfernt und die Stammzellen gewonnen. Eingesetzt werden sie mit einem Injektions-Stich bei Erkrankungen des blutbildenden Systems, genetischen oder Stoffwechselerkrankungen - und eben Leukämie.

Allein in Deutschland erkrankt alle 50 Minuten ein Mensch an Leukämie. Allerdings, bei einer Knochenmarkspende muss das Knochenmark zu 100 Prozent zum Patienten passen - das macht es so schwierig, den richtigen Spender zu finden. Bei Nabelschnurblut ist es anders: Hier können bestimmte Abweichungen toleriert werden, und so findet man viel schneller einen passenden Nabelschnurblutspender. Hinzu kommt, dass es beispielsweise bei akuter Leukämie oder einem Rückfall oft sehr schnell gehen muss - und dass die wochenlange Suche nach einem passenden Knochenmark-Spender lebensbedrohlich für die Patienten werden kann.

Das aufbereitete Nabelschnurblut schließt die Lücke, da es eingefroren und fertig zum Gebrauch in den speziellen Blutbanken liegt. Maximal drei Tage verstreichen, bis die eingefrorenen Transplantate von Düsseldorf aus weltweit zu den Patienten geflogen werden. Innerhalb Deutschlands wird das Zeitfenster noch kleiner.

 
 

EURE FAVORITEN