Laubbläser wirbeln Feinstaub auf

Laubbläser im Hofgarten: effizient, aber laut. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Laubbläser im Hofgarten: effizient, aber laut. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.. Sie sind laut, sie machen Dreck und wirbeln auch jede Menge Feinstaub auf. Hunderte dröhnende Laubbläser werden jeden Tag in Parkanlagen, auf Straßen und inzwischen selbst auf kleinen Privatgrundstücken in Düsseldorf eingesetzt.

Baumärkte bieten Laubbläser schon ab 40 Euro an. Der Lärm verdirbt Spaziergängern in Düsseldorf die Herbststimmung und drückt Anwohnern aufs Trommelfell. Das Umweltamt hat das Problem längst erkannt. Doch bisher gibt es nur Absichterklärungen: Man wolle in Zukunft „lärmarme Laubbläser“ anschaffen“, so Dezernentin Helga Stulgies.

Beschwerden laufen meist ins Leere

Beschwerden von Lärm geplagten Anwohnern laufen meist ins Leere. Laubbläser dürfen benutzt werden. Es gibt nur zeitliche Einschränkungen. Zwischen 22 und 6 Uhr gilt generell Nachtruhe. In reinen Wohngebieten dürfen die Krachmacher nur werktags von 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr betrieben werden. Eine Alternative sieht Manfred Krick, Leiter des Gartenamtes nicht. „Ohne die Geräte schaffen wir die Arbeit nicht.“ Denn die verwelkten Blätter der über 200 000 Park-Bäume würden ein halbes Fußballfeld mit einer Höhe von einem Meter bedecken. Deshalb seien die 200 Laubbläser unverzichtbar, wenngleich Krick einräumt. „Laut sind sie schon - gerade unsere kleineren Laubbläser. Da müssen unsere Mitarbeiter Ohrenschützer tragen.“ Schließlich können diese Geräte bis zu 100 Dezibel laut werden. Der Schallpegel ist so hoch, als würde man in einer Disco direkt vor dem Lautsprecher stehen.

Die Awista ist mit bis zu 280 Mitarbeitern dabei, insgesamt 2000 Tonen Laub, das die 56 000 Straßenbäume Jahr für Jahr abwerfen, einzusammeln. Und das mit großem technischen Aufwand: 56 Kehrmaschinen, 46 Kehrichtwagen, sechs Laubsauger und 44 Laubbläser. Die Stadtreinigung verwendet diesmal erstmals auch Laubbläser der neuesten Generation- mit 92 Dezibel sind sie zwar leiser, aber immer noch zu laut.

Nicht nur der Krach beschäftigt das Umweltamt. Die Behörde befürchtet bei Laubbläsern erhöhte Feinstaub-Belastungen und hat das Labor für Umweltmesstechnik der FH Düsseldorf mit einer Untersuchung beauftragt. Erste Messungen deuten auf eine „generell sehr hohe Feinstaub-Konzentration“ hin.

Auch Schimmelpilze in der Luft

Es kommt noch dicker: Nicht nur Staub wird aufgewirbelt, sondern auch Schimmelpilze, Hunde-, Katzen- und Vogelkot. „Uns macht das Sorge. Deshalb gibt es weitere Messungen. Wir wollen wissen, wie stark diese Belastung ist,“ sagt der Leiter des Umweltamtes, Werner Görtz. „Das betrifft gerade diejenigen, die die Geräte benutzen. Daher sollte man sich überlegen, ob Laubbläser im privaten Gebrauch wirklich eine Erleichterung sind.“

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