Künstler gestalten neue U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie in Düsseldorf

An den sechs neuen U-Bahnhöfen der Wehrhahnlinie soll den Fahrgästen in Zukunft die Angst vor unterirdischen Gängen genommen werden. Die Konzepte sind fertig. Spätestens 2013 sollen Künstler mit den Verschönerungsarbeiten beginnen.

Düsseldorf. Die Unterwelt - sie kann so inspirierend und reizvoll sein. Dafür sorgt das Darmstädter Team der „Netzwerkarchitekten“ unter Leitung des Architekten Jochen Schuh und unter Mitwirkung der Düsseldorfer Künstlerin Heike Klussmann. Seit neun Jahren arbeiten Künstler an den Modellen für die sechs neuen U-Bahnhöfe der Wehrhahnlinie.

Die Konzepte sind fertig, die ersten Reaktionen aus der Politik durchweg positiv. Am 26. Mai segnet der Rat die knapp drei Millionen Euro teure Investition ab. Spätestens 2013 werden sich die Künstler den Helm auf den Kopf setzen und gemeinsam mit den Arbeitern in die Bahnhöfe abtauchen.

Graffiti-Schutz

Die Grundidee ist für jede Station dieselbe. Dem Fahrgast soll die Angst vor unterirdischen Gängen und Räumen genommen werden. Er soll sich wohl fühlen. Er soll von der ersten Stufe bis zur Bahnsteigkante durch die Kunstwerke in eine Parallelwelt versetzt werden. Helle Farben werden das Sicherheitsgefühl verstärken.

Auf Übersichtlichkeit legt Architekt Jochen Schuh besonderen Wert. Schon am Eingang und auf der ersten Verteilerebene soll sich der Raum vor dem Fahrgast öffnen - durch trichterförmige Einschnitte in den Bahnhofs-Körper. Ein spezieller Graffiti-Schutz soll die Kunst vor Vandalismus schützen.

Planeten unter der Erde

Station 1: Am Kirchplatz wird Künstlerin Enne Haehnle mit Schriftspuren an den Wänden und zuletzt mit Textfragmenten die Kunden bis zur U-Bahn begleiten. Am Graf-Adolf-Platz spielt Manuel Franke mit Farben, er entwickelt einen pulsierenden Leitstrom bis zu den Gleisen. Die Wandverkleidungen sind gläsern, um zusätzliche Effekte erzeugen zu können.

Unter der Benrather Straße wird Thomas Stricker den Bahnhof in ein Raumschiff verwandeln. In die metallenen Wandverkleidungen lässt er Fenster einbauen, dahinter läuft eine Videoprojektion: Der Blick ins Weltall. „Der Künstler holt die Planeten in die Unterwelt“, beschreibt es Jochen Schuh.

Akustische Klangräume erzeugen

Bahnhof Heinrich-Heine-Allee: Hier kommt es auf den Ton an. Ralf Brög und Petra Rink erzeugen akustische Klangräume. Düsseldorfer Komponisten arbeiten an einer eigenen, zurückhaltend wirkenden Komposition. Im Tonlabor der FH wurde bereits experimentiert. An den Wänden werden unterschiedliche Wellenlängen reflektiert. Und an der Rolltreppe glaubt der Betrachter, dass sich ein roter Theatervorhang hebt.

Im Bahnhof Schadowstraße wird Ursula Damm eine „interaktive Installation“ präsentieren und Bewegungen an der Oberfläche - durch Kameras und Sensoren aufgefangen - in neuer Form in den Bahnhof beamen. Unter der Jacobistraße will Heike Klussmann den Blick der Fahrgäste an ein Band fesseln, das ein „inneres Gespinst“ bildet.

„Wir gehen beispielhafte Wege“, betont Verkehrsdezernent Stephan Keller. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe ergänzt: „Es war richtig, dass wir die Künstler von Anfang an in die Planungen mit einbezogen haben.“ Related content

 
 

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