Konto der Großmutter geplündert

Düsseldorf.. Die alte Dame hatte Vertrauen in ihre Enkelin, wollte sich von ihr versorgen lassen. Doch dann ging sie in ein Pflegeheim. Und die Enkelin bediente sich an ihrem Konto. Jetzt stand die 29-Jährige wegen Untreue vor dem Amtsgericht.

Die Großmutter hatte der jungen Frau EC-Karte und PIN-Nummer überlassen. Zwei Wochen später zog diese damit an einen Geldautomaten 1000 Euro, die sie für sich behielt. „Sie hat sich dazu hinreißen lassen“, räumte der Verteidiger für sie ein. Das sei aber aus Not geschehen. Denn die Enkelin hatte mit Ehemann und dem behinderten Sohn zur Großmutter ziehen wollen, war dafür aus Berlin nach Düsseldorf gekommen. Als die Seniorin ins Heim ging, habe die Familie „vor dem Nichts“ gestanden. Inzwischen habe sich die Angeklagte bei ihrer Großmutter entschuldigt, zahle das Geld in Raten ab.

Der Richter hielt ihr ihre Vorstrafen vor, hauptsächlich wegen Betrugs. Sie steht deshalb noch unter Bewährung. „Die kann widerrufen werden, dann gehen Sie in den Knast!“ Die weinende Angeklagte schluchzte ein „Ja“.

Für die Staatsanwältin war sie eine Wiederholungstäterin ohne „Respekt vor anderer Leute Vermögen“. Sie forderte ein Jahr Haft ohne Bewährung. Der Verteidiger verwies darauf, dass die 29-Jährige mit der Pflege ihres behinderten Sohnes überfordert gewesen sei, fast alle Straftaten 2007 passierten. Danach habe es nur den einen Ausrutscher gegeben. Die hoch verschuldete Familie habe jetzt die Schuldnerberatung aufgesucht. Da solle man ihr keine Steine in den Weg legen.

Der Richter gewährte ihr dann auch eine „allerletzte Chance“, verurteilte sie zu zehn Monaten auf Bewährung. Sie muss sich von einem Bewährungshelfer helfen lassen und ihrer Großmutter das Geld zurückzahlen. Zum Schluss machte der Richter deutlich: „Das war eine Sauerei gegenüber Ihrer Großmutter!“

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