Konstantin Wecker soll 550 Euro für Schnitzel-Bild zahlen

Düsseldorf. Dieses Schnitzel wird Konstantin Wecker wohl teuer zu stehen kommen. Dabei hat er es nicht etwa gegessen. Sondern nur ein Foto davon auf seiner Internetseite verwendet. Der Fotograf hat den Liedermacher deshalb beim Amtsgericht in Düsseldorf verklagt.

Ein schlichtes Schnitzel mit einem Stück Zitrone – so ein Bild hatte Wecker auf seiner politisch engagierten Internetseite „Hinter-den-Schlagzeilen.de“ verwendet. Das panierte Fleisch-Stück diente von April bis August 2010 als Illustration zu einem kritischen Artikel über die Fleisch-Industrie.

Das Bild war aber nicht selbst gemacht, sondern stammte von einer Internetseite für Kochrezepte. Die Illustrationen dort sind alle selbst gemacht und zwar vom Ehemann der Seiten-Betreiberin.

Fotograf fordert 540 Euro plus Abmahnungskosten

Er hat Konstantin Wecker abgemahnt, dieser löschte das Bild und zahlte bereits 100 Euro. Jetzt fordert der Foto-Designer auch ein Honorar für die Nutzung: 540 Euro, zudem die Kosten der Abmahnung.

Das Gericht gab dem Fotografen grundsätzlich Recht, hatte aber auch Einwände. Für Internetveröffentlichungen über drei Monaten seien 270 Euro tatsächlich üblich, ebenso die Verdoppelung des Honorars bei unerlaubter Nutzung ohne Namen.

Aber da der Kläger nur für die Rezepte-Seite fotografiere, könne es ihm nicht um die Bekanntheit seines Namens gehen. Auch die Abmahnkosten sah der Richter kritisch. Der Kläger hatte berichtet, schon 500 Mal unerlaubte Nutzung abgemahnt zu haben. Dann könne er nicht jedes Mal Anwaltskosten berechnen, so der Richter. Weckers Anwalt bezweifelte zudem die Qualität des Fotos: „270 Euro würde man dafür nie erzielen.“

Richter schlägt Vergleich vor

Der Richter schlug einen Vergleich vor: Wecker zahlt 550 Euro, dann ist die Sache gegessen. Beide Anwälte wollen den Vorschlag mit ihren Mandanten besprechen. Will mindestens einer den Vergleich nicht schlucken, geht der Prozess weiter.

 
 

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