Kö-Bogen gibt Radfahrern Rätsel auf

Anabel Klugmann

Jetzt melden sich die Fahrradfahrer zu Wort: Nachdem die NRZ über eine Vogelgefährdung durch Rambo-Fahrer im Hofgarten berichtete, herrscht große Verwirrung. Denn rund um den Kö-Bogen und Schadowplatz fällt auf, dass die Fahrradfahrer allein gelassen werden. Eine Wegeführung gibt es nicht, oder zumindest kaum.

„Wenn ich wüsste, wo ich lang fahren soll, dann würde ich es tun“, sagt Claudia M. aus Düsseldorf. Sie fährt vom Hofgarten Richtung Schadowstraße, aber dort gibt es weder ein Schild für Radfahrer, noch eines, was auf eine Fußgängerzone hinweist. Genauso werden Fahrradfahrer von der Berliner Allee kommend im Dunkeln gelassen. Nur die Radfahrer aus Richtung Kö wissen, dass Richtung Schadowstraße ein Fußgängerzone anfängt. Das bedeutet normalerweise, absteigen.

Das Versäumnis der Stadt, die Fahrradfahrer vernünftig zu lenken, scheint auf die Anfangszeiten der Kö-Bogenplanung zurückzugehen. „Wir sind anfangs in die Planung in keiner Weise eingebunden worden,“ sagt Rüdiger Heumann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Düsseldorf (ADFC). Auch heißt es von mehreren Seiten, dass selbst der Radwegekoordinator Steffen Geibhart anfangs nicht konsultiert wurde.

Chaos und Unfälle sind da vorprogrammiert, sei es mit Passanten oder mit den Vögeln im Hofgarten. „Tiere am Kö-Bogen und auch Spaziergänger müssen sich darauf verlassen können, dass eine Fußgängerzone eine Fußgängerzone ist“, sagt Torsten Lemmer, Geschäftsführer der Ratsfraktion Tierschuzpartei/Freie Wähler. Die Fraktion fordert in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel unverzügliches Handeln, wie zum Beispiel das Aufstellen von Absperrungen. Weiter geht Schwanenmutter Marianne Bonmariage mit der Überlegung, den Bereich im Hofgarten für Fahrradfahrer zu verbieten. Heumann vom ADFC hält das für einen „Schwachsinnsvorschlag“.

Viele hoffen, dass sich die Situation mit dem Ende der Baustellen für die Fahrradfahrer aufklärt. So soll es nach Heumann einen Fahrradweg an der hinteren Shadowstraße geben, auch die Querverbindung der Berliner Allee über die Schadowstraße ist für Fahrradfahrer dann geregelt.

Der Teil an den Schadow-Arkaden bleibe wohl verkehrsberuhigt, so Heumann. Wie jedoch Fahrradfahrer vom Hofgarten zur Altstadt gelangen sollen, das sei völlig offen. „Das ist nicht ausreichend thematisiert worden“, sagt Heumann, da müsse dringend etwas passieren. Der ADFC schlägt einen Fahrradweg an den ehemaligen Schienen der Straßenbahn vor.

Alex W. ist als Fahrradkurier Profi. Er kennt die unübersichtliche Lage gut: „Vorne an der Kö stehen Schilder, ansonsten nicht. Auch nicht im Hofgarten.“ Am schnellsten gehe es durch den Tunnel, das sei aber verboten. Auch die Problematik mit den Vögeln im Hofgarten kennt Alex, sie ist für ihn allerdings eindeutig: Wenn die Vögel die Straße überqueren, bremst er, denn sie haben immer Vorfahrt.

Die Stadt war bis zum späten Nachmittag zu keiner Stellungnahme bereit.