Keine stinkenden Gullys mehr in Düsseldorf

Michael Mücke
Neues Pflaster für die Düsseldorfer Altstadt. Foto: Kai Kitschenberg
Neues Pflaster für die Düsseldorfer Altstadt. Foto: Kai Kitschenberg
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf. Der Kanal-Muff in den Gassen der Altstadt von Düsseldorf wird beseitigt. Mit dem neuen Pflaster kommen Gullys mit Geruchsverschluss. Bis 2014 sind die eingebaut. Bis dahin ist auch das Pflaster in den Gassen zwischen Carlsplatz und Mühlenstraße verlegt.

Es riecht muffig, ein typischer Kanal-Geruch in den Altstadt-Gassen Düsseldorfs. Doch damit ist es in Zukunft vorbei. Der Gestank aus den Gullys wird endgültig verbannt. Mit dem neuen Pflaster, das nun verlegt wird, bekommt die Altstadt auch moderne Gullys. Und die haben eine Art Stopfen, einen Geruchsverschluss, der ähnlich wie ein Siphon funktioniert. Dann weht wieder eine frische Brise in der Altstadt.

„Früher, als wir in den 70er Jahren die Fußgängerzone in der Altstadt bauten, gab es das noch nicht“, erklärt Rolf Sander, zuständiger Abteilungsleiter für den Straßenbau beim städtischen Verkehrsmanagement. So liegen die Öffnungen der Rohre unter dem Gully frei - deshalb strömt der Geruch aus dem Kanaldeckel. Doch inzwischen sorgt eine zusätzliche Wand im Schacht dafür, dass das Rohr luftdicht abgeschlossen wird und trotzdem das Wasser weiter abfließen kann. So wie in jedem Waschbecken zu Hause auch.

Kosten: fast sechs Millionen Euro

Bis 2014 sind die neuen Gullys eingebaut. Bis dahin ist auch das Pflaster in den Gassen zwischen Carlsplatz und Mühlenstraße verlegt. Die historischen Pflastersteine auf dem Burgplatz, vor dem Rathaus und auf der Marktstraße werden aber nicht angerührt, versichert die Stadtspitze.

Die Kosten für eine Gesamtfläche von 18 300 Quadratmetern werden auf 5,7 Millionen Euro beziffert. Gestern war der offizielle Startschuss in der Mertensgasse. Da musste sich Oberbürgermeister Dirk Elbers auch mal niederknien, um die ersten Gehweglatten fest zu klopfen. Doch die Mühe machte er sich gerne, hatte er sich doch selbst vehement für den Pflastertyp „Umbriano“ stark gemacht: ein granitgrauweiß gemaserter Betonstein, 14 Zentimeter dick, je nach Größe bis zu 60 Zentimeter breit und 63 Kilo schwer. Elbers wollte diesen schlichten Stein. „In der Altstadt ist alles bunt. Die Geschäfte, die Schirme, die Markisen. Da brauche ich nicht noch ein buntes Pflaster. Das wäre zu unruhig.“

Keine Verzögerungen auf der Schneider-Wibbel-Gasse

Bis Ende des Monats wollen die Bauarbeiter auf der Mertensgasse fertig sein. Dann ziehen sie auf die spanische Meile. Dort, auf der Schneider-Wibbel-Gasse, darf es keine Verzögerungen geben. Altstadt-König Primo Lopez will im Mai wieder die Außenterrassen der spanischen Restaurants öffnen. Die Stadt hat ihm das zugesichert.

Als nächste Straße ist dann die Bolkerstraße dran. Auch dort traf Projektleiter Richard Scheffels Vereinbarungen mit den Wirten und Geschäftsleute. Für den Anlieferverkehr organisiert das Verkehrsmanagement einen eigenen Shuttle-Service, um Waren und Lebensmittel mit Radladern zu den Geschäften zu bringen. Um 17 Uhr ist jeweils Schicht. Dann rücken die Bauarbeiter ab, gehört die Vergnügungszone wieder allein den Altstadt-Besuchern, stellen die Wirte die Tische und Stühle auf ihren Sommerterrassen auf. Business as usual. Auch die Berger Straße zwischen Carlsplatz und Wallstraße, die Flingerstraße und die Kapuzinergasse sind noch dieses Jahr dran. Zwischendurch ruhen die Arbeiten. Schon wegen Lena vom 3. April bis 15. Mai. Lärmen verboten.

Und der Bolker Stern?

Völlig offen ist, welches Gesicht der Bolker Stern bekommen wird. Erst im Jahre 2015, nach Inbetriebnahme der neuen Wehrhahnlinie, können dort die Straßenbahngleise entfernt werden. Auch die Mühlenstraße wird für Diskussionen sorgen. OB Dirk Elbers möchte den „Autoverkehr dort möglichst raushalten.“ An einem Konzept wird der Verkehrsdezernent Stephan Keller noch pfeilen. Möglicherweise steht auch die Verkehrsregelung auf der Ratinger Straße irgendwann wieder auf der Tagesordnung.

Das alles ist noch Zukunftsmusik. Für die jetzigen Arbeiten hat die Stadt einen Anlieger-Beauftragten genannt. Herr Grillemeier steht für Fragen und Beschwerden zur Verfügung, und zwar unter der Rufnummer 0211/159 73 938 oder im Baubüro an der Grabenstraße 8.