Keine Ermittlungen gegen Strauer

Die Staatsanwaltschaft sieht auch nach erneuter Prüfung keinen Anfangsverdacht gegen den Herzspezialisten Professor Bodo-Eckehard Strauer. „Es gibt keinen Anlass für die Einleitung von strafrechtlichen Ermittlungen“, sagte Staatsanwalt Uwe Kessel jetzt auf Nachfrage.

Wir berichtet, hatte die Universität Düsseldorf in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie ein Disziplinarverfahren gegen Strauer eingeleitet hat. Gründe nannte sie nicht. Zwei Kommissionen hatten zuvor die Arbeit des emeritierten, langjährigen Chefs der Kardiologie des Uniklinikums unter die Lupe genommen.

Mit dem Einsatz von adulten Stammzellen bei Herzinfarkt-Patienten hatte Strauer als Pionier weltweite Resonanz ausgelöst. Doch 2009 hatte das Uniklinikum nach dem Wechsel der Klinikleitung das Programm der Herzstammzelltransplantation beendet.

Der Professor hatte sich gegen die Vorwürfe gewehrt, wissenschaftlich nicht einwandfrei gearbeitet zu haben. „Das ist alles absurd“, hatte er im Dezember 2012 in einer Stellungnahme mitgeteilt. Die Universität habe nicht gesagt, „was sie eigentlich untersucht“, hatte Strauers Anwalt bereits damals kritisiert.

Bis 2009 war Strauer mehr als 20 Jahre Leiter der Kardiologie am Uniklinikum. 2001 hatte er weltweit zum ersten Mal einen Herzinfarktpatienten mit dessen eigenen Knochenmark-Stammzellen behandelt. Dem Patienten waren die Stammzellen in das vom Absterben bedrohte Herzgewebe gespritzt worden. Strauer hatte hinter den Vorwürfen eine Kampagne von Befürwortern der embryonalen Stammzellforschung vermutet.

 
 

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