Kein Obolus für Schultoiletten

Golzheim / Garath..  Schultoiletten sind selten geeignet, um für eine Schule zu werben. Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass viele verdreckt sind, dass Seife und Papier fehlen, und nicht ordentlich sauber gemacht wird. Die Grünen wollten nun im Schulausschuss wissen, ob an einigen Schulen der Toilettengang von den Schülern bezahlt werden muss, wie es Gerüchte besagten, und an welchen Schulen es eine Aufsicht an den Toiletten gibt - in älteren Formulierungen auch als „Klofrau“ bekannt.

Dezernent Burkhard Hintzsche verneinte mit Nachdruck, dass die Stadt Mitarbeiter für eine Aufsicht in Toiletten beschäftige. Der Verwaltung seien auch keine Schulen bekannt, an denen Gebühren für die Toiletten erhoben würden. Er verwies auf die Bezirksregierung, die bereits 2010 allen Schulen untersagt habe, Geld für die Toilettenbenutzung zu kassieren. Allerdings seien „Modelle“ zulässig, mit denen etwa Fördervereine von Schulen oder auch Sponsoren eine Aufsicht und Reinigung finanzierten.

In diesem Jahr startete, wie berichtet, ein Programm „Sanieren macht Schule“, ausgestattet mit 5,5 Millionen Euro. Damit sollten auch die schlimmsten kaputten Schultoiletten repariert und saniert werden. Allerdings werden manche Toiletten durch Schüler schnell wieder verdreckt, manche durch Vandalismus beschädigt. Die Stadt sollte eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen, ob eigene Aufsichtskräfte nicht billiger seien als eine wiederholte Sanierung, schlug Mirko Rohloff (FDP) vor. Die Verwaltung will das prüfen.

Berichte, dass an einigen Schulen Klofrauen beschäftigt würden, die gerade mal 1,50 Euro pro Stunde dafür bekämen, wies der Dezernent zurück. Höchstens Fördervereine von Schulen könnten eine Toilettenaufsicht beschäftigen. Lehrerin Ulrike Schadewaldt (SPD) verwies allerdings darauf, das viele der Putzkräfte von ihren Firmen gar nicht genug Zeit bekämen, um die Toiletten wirklich sauber zu halten. „Aber wenn die sauber sind, benehmen sich auch die Kinder anders.“

 
 

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