„Kampfhunde sind unauffällig!“

Foto: WAZ FotoPool

Erkrath..  Rolle rückwärts in Sachen Sondersteuer für Kampfhunde? In der Ratssitzung am 6. November hatte noch eine Mehrheit der Fraktionen auf Initiative der Grünen dafür plädiert, dass die Steuern für Kampfhunde in der Stadt drastisch erhöht werden. Für Hunde einschlägig und mitunter zu Unrecht verrufener Rassen wie Staffordshire, Pitbull oder Bullterrier sollen künftig 1000 statt 92 Euro fällig werden. Der Rat beauftragte die Verwaltung, eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten. Einzig die FDP und die „Bürger mit Umweltverantwortung“ (BmU) sprachen sich zunächst dagegen aus.

Dem schloss sich nun doch die SPD an. „Wir haben uns noch einmal ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt“, sagt Detlef Ehlert, Fraktionschef der Sozialdemokraten, zur neuen Meinung seiner Partei. „In Erkrath gibt es nur eine geringe Zahl an Kampfhunden und diese sind bisher auch nicht auffällig gewesen. Dem gegenüber steht ein enormer Aufwand, den man betreiben müsste wie diverse Prüfungen der Hunde. Außerdem glauben wir nicht mehr, dass die Höhe der Steuer eine abschreckende Wirkung haben würde.“ Schließlich könnte man sich die Kampfhunde auch „inoffiziell“ anschaffen und diese nicht bei der Stadt anmelden.

Die CDU hingegen bleibt bei ihrer Haltung. „Es geht um den Schutz der Bevölkerung und um den Schutz anderer Hunde“, so CDU-Fraktionschef Wolfgang Jöbges. „Wir wollen vor allem diejenigen treffen, die sich die Kampfhunde neu anschaffen. Für alle bisherigen Besitzer soll es einen Bestandsschutz geben.“

Derzeit sind 60 Kampfhunde in Erkrath gemeldet. „Die waren bislang aber nicht auffällig“, sagt Bürgermeister Arno Werner (CDU). „Es gibt Problemhunde in der Stadt und entsprechende Beißfälle, die uns einen enormen Aufwand bescheren. Aber das waren allesamt keine Kampfhunde. Ich sehe daher eigentlich keine Notwendigkeit für so eine gesonderte Steuer.“

Dennoch muss die Verwaltung nun aufgrund des Ratsbeschlusses nun eine Vorlage für eine Satzungsänderung der Hundesteuer ausarbeiten. Ob es dann für deren Einführung aber noch eine Ratsmehrheit gibt, ist offen.

 
 

EURE FAVORITEN