„Kalte Räumung“ war nicht legal

Foto: 42-Jaehriger wegen Verschleppung

Düsseldorf.. Am Ende gab die Vermietergesellschaft klein bei und zog ihre Berufung zurück. Sie hatte in zweiter Instanz versucht, ehemaligen Mietern die Kosten für die Räumung ihrer Wohnung aufzudrücken. Doch das Gericht erklärte: „Es handelt sich um eine kalte Räumung. Das ist Faustrecht. Dafür gibt es keinen Schadenersatz.“

Das Mieter-Ehepaar war arbeitslos, daher zahlten die Behörden die Miete für ihre 60-Quadratmeter-Wohnung an der Krefelder Straße. Dennoch kam es zu Unregelmäßigkeiten. Deshalb kündigte die Vermietergesellschaft schließlich und drohte die Räumung an. Doch das erreichte das Ehepaar nicht, weil es in Norddeutschland Arbeit und eine neue Perspektive gefunden hatte. Nachdem es sich dort eingerichtet hatte, wollte es die Düsseldorfer Wohnung auflösen. Doch das ging nicht: Das Schloss war ausgewechselt. Und die Möbel ausgeräumt und vernichtet.

Die über 2000 Euro Kosten dafür wollte die Vermietergesellschaft von ihnen zurück. Nach Verrechnung mit der Kaution forderte sie fast 900 Euro. Und verklagte die Mieter. Die wehrten sich mit einer Widerklage auf 3650 Euro Schadenersatz für ihre Möbel.

Schon in erster Instanz bekamen die Mieter Recht. Eine Räumung ohne gerichtlichen Titel sei illegal. Für die Vernichtung der Möbel stehe dem Paar Schadenersatz zu. Auch in zweiter Instanz hieß es jetzt: „Das war verbotene Selbsthilfe.“ Und der geforderte Schadenersatz sei plausibel. Da die Gesellschaft nicht selbst eine Inventarliste erstellt habe, müsse der Wert geschätzt werden. Der Richter zeigte sich fassungslos über die Dreistigkeit des Unternehmens: „So etwas habe noch nicht erlebt.“

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