Jarzombek kann jetzt auf Mehrheit hoffen

Das Schlimmste ist das Mitleid. CDU-Politiker begegnen in diesen Tagen immer wieder Sozialdemokraten, die ihn die Hand auf Schulter legen und Sätze sagen wie: „Wir kennen das. Wir können Euch sagen: Es geht vorüber.“

Vier Tage vor der Vorstandswahl der Christdemokraten versuchen nun mehr und mehr Repräsentanten dem Dauerstreit zwischen dem Vorsitzenden Thomas Jarzombek (Foto) und seinen Stellvertretern Sylvia Pantel und Peter Preuß etwas Ruhe entgegenzusetzen. Sie erklärten jetzt öffentlich, dass sie in der Abstimmung zwischen Jarzombek und seiner Herausforderin Heidrun Leinenbach für den Parteichef stimmen werden.

Die einflussreichen Christdemokraten im Norden, im Linksrheinischen und im Osten sprechen sich klar für eine zweite Amtszeit des Parteivorsitzenden aus. Der Stadtbezirksverband 5, der 42 der rund 370 Delegierten stellt, hat Jarzombek einstimmig nominiert. Ebenso votierte der Ortsverband Oberkassel – und das, obwohl Heidrun Leinenbach ihm angehört.

Die Herausforderin hatte sich bei der Abstimmung enthalten. Auch die drei anderen Ortsverbände im Linksrheinischen gelten als klare Jarzombek-Befürworter. Aus Ober- und Niederkassel, Heerdt und Lörick kommen 22 Delegierte.

Der mit 190 Mitgliedern und damit rund 20 Delegierten größte Ortsverband Gerresheim steht hinter Jarzombek, genau wie der in Grafenberg, seinem Heimatstadtteil. Auch die Spitze der Ratsfraktion unterstützt Jarzombek. Vize Andreas Hartnigk sagt, Fraktionschef Rüdiger Gutt und er hätten im vergangenen Jahr gezeigt, dass man trotz Niederlage bei einer Abstimmung konstruktiv zusammenarbeiten könne.

Deutlicher Sieg erwartet

Die meisten CDU-Politiker, die eine Prognose wagen, erwarten für Montag folglich einen deutlichen Sieg des Amtsinhabers. Sylvia Pantel werden große Chancen eingeräumt, den Vize-Posten zu behalten. Eng könnte es für Peter Preuß werden. Mit Angela Erwin gibt es eine in der Partei tief verwurzelte neue Kandidatin. Allerdings widerspräche diese Wahl dem Proporz: Preuss ist Vorsitzender des Arbeitnehmerflügels CDA, Erwin – die von der Jungen Union ins Spiel gebracht wurde – engagiert sich wie Jarzombek in der Mittelstandsvereinigung.

Alle Spekulationen sind jedenfalls mit Vorsicht zu genießen. „Es gab in der Düsseldorfer CDU schon die größten Überraschungen“, sagt ein langjähriges Parteimitglied. Die Nominierungen der Ortsverbände sind nicht bindend: Die Entscheidung liegt bei den Delegierten, die geheim abstimmen. Der Auftritt der Bewerber in den letzten Tagen kann das Votum beeinflussen. Leinenbach stellt sich derzeit in Ortsverbänden vor, gestern in Düsseltal.

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