Initiative will Bunker und Kultur erhalten

Der bemalte Bunker an der Ecke Karolingerstraße und Aachener Straße in Düsseldorf am Donnerstag den 20.12.2012. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Der bemalte Bunker an der Ecke Karolingerstraße und Aachener Straße in Düsseldorf am Donnerstag den 20.12.2012. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf Bilk..  Mit einer eigenen Seite „Bilk pro Bunker“ im Netzwerk Facebook startet jetzt eine Initiative, die gegen den Abriss des Bunkers an der Aachener Straße kämpfen will. Wie berichtet, soll dieser Bunker an der Ecke zur Karolinger Straße von einem Investor durch ein Wohnhaus ersetzt werden. Knackpunkt ist allerdings der geplante Abriss des Betonklotzes.

Denn im Hof, der nur durch eine Zufahrt quer durch den Bunker erreichbar ist, residieren in einer alten Schule das „Lernort studio“, die Musikschule und die Kindertagesstätte „Wawuschel“.

„Etliche Eltern äußern bereits die Sorge, dass ihre Kinder dann nicht mehr zur Musikschule oder zur Kita ,Wawuschel’ gehen können“, berichtet Ratsherr Manfred Abels (SPD), der bei der Gründung der Gruppe dabei war. Die Initiative will zunächst eine Unterschriftensammlung starten.

Die Bezirksvertretung 3 (BV 3) hatte in ihrer Dezembersitzung eine Bauvoranfrage für die Wohnungen an der Aachener Straße genehmigt. Damit hat nach dem Baurecht der Investor drei Jahre Zeit, eine Baugenehmigung einzureichen, um den Abriss und den Wohnungsbau zu beginnen. Doch inzwischen kamen Zweifel auf, wie der Abbruch der meterdicken Betonmauern überhaupt funktionieren kann.

Nach Informationen der NRZ hatte der Bund als Eigentümer des Bunkers den Bau noch in den 90er Jahren als Vorzeigeprojekt für eine Lazarett-Station vorgesehen. Dafür wurde viel Geld investiert. Deswegen gingen Stadt und Politiker damals davon aus, dass der Betonklotz stehen bleibt. 1995 bemalte die Gruppe „Farbfieber“ um Klaus Klinger den Bunker mit einem Bild, dass an das Elend der Kriege gemahnt.

„Der Awo-Kindergarten im Hof hat einen Ganztagsbetrieb, wie kommen also die Kinder dort hin-ein? Und wie soll der Unterricht in der Musikschule ablaufen, wenn gleichzeitig der Abriss Lärm macht?“, zweifelt Ratsherr Abels (SPD) am gesamten Projekt. „Die Angebote in der alten Schule für die Bürger sind doch dadurch gefährdet“. Dazu kommt, dass der einzige Zugang zu den Bildungsangeboten nur durch den Bunker führt. „ich kann mir nicht vorstellen, wie der Abriss funktionieren soll“, meint Abels.

Mieter und Eigentümer eines Nachbarhauses befürchten zudem, dass beim Abriss der dicken Mauern in ihrem Gebäude Schäden entstehen. Unklar ist auch, wo die Kräne und Maschinen bei den Abbrucharbeiten stehen sollen. Denn über die ohnehin schmale Aachener Straße rollt auch die Bahn der Linie 712, neben den Gleisen ist kaum Platz.

Die Grünen werden daher in der BV 3 im Januar einen Antrag stellen, dass die Verwaltung die Bezirkspolitiker möglichst bald über das Konzept zum Abriss informieren soll, berichtet Bezirksvertreter Thorsten Graeßer (Grüne).

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel