In einem Jahr soll alles fertig sein

„Aufgrund von Umbauarbeiten am historischen Stadthaus ist die Dauerausstellung der Mahn- und Gedenkstätte seit 1. Februar 2011 geschlossen. Über die genaue Dauer der Schließungsphase können derzeit keine Angaben gemacht werden“, steht lakonisch im Internetauftritt des Instituts. Sieht aus, als habe das Warten jetzt ein Ende. Im Sommer 2014 soll die Dauerausstellung zum Thema „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ im Stadthaus wiedereröffnen, außerdem sehen die Pläne einen Anbau im Innenhof vor, der die Gebäudeteile an der Andreas- und Mühlenstraße verbindet. Leiter Bastian Fleermann stellte die neue alte Mahn- und Gedenkstätte gestern im Kulturausschuss vor.

Seit langem verhandelt die Stadt mit dem Unternehmen Derag über einen Anbau. Wie berichtet planen die Münchener Investoren im denkmalgeschützten Stadthaus ein Hotel und Appartements. Beim Verkaufsabschluss 2009 hatte die Stadt die Räume der NS-Gedenkstätte für mindestens 60 Jahre gesichert. Jetzt steht ein Termin für den Wiedereinzug im Raum: Noch in diesem Jahr soll der Umbau beginnen.

Und so stellte gestern ein sichtlich erfreuter Bastian Fleermann die Pläne vor. „Wir befinden uns seit längerem in einer Zeit des Umbruchs“, sagte er. Das betreffe auch die zu vermittelnden Inhalte. So müsse man langsam Abschied nehmen von der Zeitzeugen-Generation, die den Nationalsozialismus noch miterlebt hat. Das ändere auch die Anforderungen an eine NS-Gedenkstätte: „Das heutige Publikum hat andere Erwartungen.“

So wird sich bei der Dauerausstellung einiges ändern. Die Geschichte der Düsseldorfer NS-Zeit wird künftig durch 20 ausgewählte Biografien erzählt, wobei die Täter ebenso wie alle Opfergruppen berücksichtigt werden, auch die der homosexuellen oder behinderten jungen Menschen. Thematisiert werden Grundprinzipien menschlichen Handelns, etwa Mut, Verrat, Glaube, Angst, Hoffnung, Verführung und Gewalt.

Im Anbau finden Räume für pädagogische Angebote Platz, außerdem Sonderausstellungen, eine neue Forschungsbibliothek und ein offenes Archiv. Hier wird es auch um die Zeit nach 1945 gehen, etwa um Düsseldorfer NS-Strafprozesse. Alle Räume sind barrierefrei erreichbar. Eine Ausnahme ist der Luftschutzkeller, der aus denkmalschutzrechtlichen Gründen nicht umgebaut werden darf.

Die Mahn- und Gedenkstätte eröffnete 1987. Seit 2011 sind die Mitarbeiter mit Verwaltung und Archiv an der Mühlenstraße 6 untergebracht. Die Verwaltung wird auch künftig dort arbeiten.

 
 

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