In Düsseldorf teilen sich 43.000 Menschen das Auto

Carsharing wird auch in Düsseldorf immer wichtiger. Die Betreiber Car2Go und Drive Now bieten hier insgesamt 550 Fahrzeuge an, die überall im Stadtgebiet stehen und jederzeit geordert werden können. Einsteigen, losfahren und am Ziel den Wagen für den nächsten Nutzer einfach stehen lassen.
Carsharing wird auch in Düsseldorf immer wichtiger. Die Betreiber Car2Go und Drive Now bieten hier insgesamt 550 Fahrzeuge an, die überall im Stadtgebiet stehen und jederzeit geordert werden können. Einsteigen, losfahren und am Ziel den Wagen für den nächsten Nutzer einfach stehen lassen.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Die Idee ist einfach: Viele Menschen teilen sich ein Auto und bezahlen dafür weniger, als für einen eigenen Wagen. In Düsseldorf sind bereits 43.000 Menschen Kunde solcher Carscharing-Angebote und es werden immer mehr. Ein weiter Vorteil ist, man darf auf öffentlichen Parkplätzen kostenlos parken.

Düsseldorf. Das Auto ist zum Fahren da. Zu sonst nichts. Insofern spielt es gerade für jüngere Leute oft keine entscheidende Rolle mehr, ob man mit dem eigenen oder einem geliehenen Fahrzeug unterwegs ist. Hauptsache, es rollt.

Immer mehr Düsseldorfer steigen auf Carsharing um, ein Teil von ihnen verzichtet inzwischen auf einen eigenen Pkw. Denn der lohnt sich nicht mehr, wenn man weniger als 10.000 Kilometer pro Jahr fährt, so die neueste Berechnung des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

CDU und FDP wollen mehr geteilte Elektroautos

Die Verkehrspolitiker ziehen hier an einem Strang. CDU und FDP starteten die Initiative, längst plädieren alle für einen weiteren Ausbau und für einen möglichst baldigen Umstieg der Carsharing-Partner auf Elektroautos.

Die Rheinbahn ist mit dabei und plant ein neues Ticket. Zur Zeit kann man für 15 Euro extra zu seinem Monatsabo ein Car2Go-Auto für insgesamt 90 Minuten dazu buchen. „Wir wollen das flexibler gestalten“, kündigt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher an. Deshalb soll es Rabattangebote auch für 30 und 60 Minuten geben. Schumacher: „Das wollen wir im April einführen.“ Die Preise werden gerade ausgehandelt.

Öffentliche Parkplätze sind kostenlos

„Carsharing wird bei uns eine immer größere Rolle spielen“, ist sich der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Martin Volkenrath sicher. Die jüngsten Zahlen belegen es. Seit zwei Jahren läuft das Versuchsprojekt mit den Verleihern Car2Go und Drive Now, deren Nutzer die öffentlichen Parkplätze kostenlos nutzen dürfen. Car2Go (300 Autos) hat aktuell 18.000 Kunden, Drive Now (250 Autos) sogar 25.000 Kunden in Düsseldorf. „Wir sind zufrieden“, meint Drive-Now-Sprecher Michael Fischer. Die bestehende Anbindung nach Köln sei „sehr erfolgreich“. Dort ist der Vermieter auch auf dem Markt. So können Pendler in Düsseldorf los fahren und in Köln den Leihwagen stehen lassen. Reisende nutzen zudem den seit wenigen Monaten bestehenden Service, direkt am Airport ein Auto zu nehmen.

Nur beim Umstieg auf die Elektroautos fehlt noch der richtige Schwung. In Berlin und München testet Drive Now 60 E-Wagen. „Danach entscheiden wir, ob das auch in Düsseldorf möglich ist.“ Mit entscheidend ist, dass genügend Elektro-Zapfsäulen zur Verfügung stehen, meint auch Andreas Leo vom Mitbewerber Car2Go. Bisher reiche dafür die Infrastruktur nicht aus. Darüber und über die Modalitäten müsse die Stadt mit den Carsharing-Betreibern reden, sagt Verkehrsexperte Volkenrath.

Bald 70 Elektro-Ladestationen in Düsseldorf

Die Stadtwerke erklären, zu den bereits bestehenden 40 Elektro-Ladestationen bis Ende 2015 weitere 30 zu installieren. Sprecherin Christina Näckel ist vom E-Auto im Stadtverkehr überzeugt. „Wir haben in unserem Fuhrpark elf Elektrofahrzeuge. Es fährt sich einfach super.“

Michael Fischer von Drive Now bestätigt dies. „Unsere Kunden in Berlin und München nehmen gerne unsere Elektrowagen. Sie hören das Auto gar nicht, wenn sie auf den Startknopf drücken. Das ist ein ganz neues Erlebnis.“

 
 

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