Immer mehr Arme in der Stadt

„Die Altersarmut und die Kinderarmut steigt an, da kann man nicht weggucken, da muss man weitermachen“, sagt Sabine Tüllmann von der Bürgerstiftung Düsseldorf. Auch in diesem Jahr ruft der gemeinnützige Verband in der Vorweihnachtszeit dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Mit einer großen Spendenaktion bittet die Stiftung Unternehmen und Bürger darum, zum Weihnachtsfest, für die Armen in der Stadt zu spenden. Im vergangenen Jahr sind so 160 000 Euro zusammen gekommen.

Der größte Teil davon floss in Warengutscheine à 20 Euro, die Wohlfahrtsverbände an Bedürftige verteilten. Zudem gab es neue Schlafsäcke für Obdachlose, Fußballschuhe für bedürftige Jugendliche, 10 000 Euro zur Erhaltung des Café Grenzenlos und 15 000 Euro für die Aktion „Tonhalle geht aus“ für Kinder und Jugendliche aus Garath.

„Wir können Altersarmut nicht verhindern, aber wir können in Einzelfällen die Situation erleichtern“, sagt Suzanne Oetker-von Franquet, die Vorsitzende der Bürgerstiftung. Mit der Aktion „Düsseldorf setzt ein Zeichen“ wolle man einerseits konkrete Hilfe über Sachmittel anbieten, und andererseits symbolisch für Mitmenschlichkeit und gegen Ausgrenzung eintreten.

Viele Düsseldorfer Unternehmen hätten schon Interesse gezeigt, sich zu engagieren. Die Schützen wollen mit Dosen auf den Straßen sammeln, auch die Karnevalisten und der Tischtennisverein Borussia Düsseldorf planen Aktionen.

Mitte Dezember werden Gutscheine und Schlafsäcke an Wohlfahrtsverbände verteilt, die bei Weihnachtsfeiern die Hilfeleistungen an Bedürftige weitergeben. Unter den Verbänden sind Alters - und Kinderheime, das Kinderhilfezentrum, aber auch drei Flüchtlingsunterkünfte: Speziell die Bewohner der Leichtbauhallen sollen in diesem Jahr bedacht werden, „weil sie in der Unterbringung benachteiligt sind“, so Tüllmann von der Bürgerstiftung.

Eine, die die Armut tagtäglich sieht, ist Sozialarbeiterin Marion Gather, sie arbeitet in der Armenküche in der Altstadt. „Wir bekommen mit, dass die erlebte Armut deutlich ansteigt“, berichtet sie. Die Menschen würden sehen, dass sich viele Düsseldorfer viele Dinge leisten könnten, und sie selbst rechnen müssten.

Es gebe nicht nur die glanzvolle Seite der Stadt, sondern es gebe eben auch viele besorgte Mitmenschen, die bereit sind, zu helfen. „Düsseldorf ist vielfältig“, davon ist die Vorsitzende Oetker-von Franquet überzeugt. Das habe die enorme Hilfsbereitsschaft im vergangenen Jahr bewiesen.

 
 

EURE FAVORITEN