IDR-Chef Pröpper ist wegen Spesen und Spenden kurz vor dem Rauswurf

Die Tage von Heinrich Pröpper als Chef der stadteigenen IDR scheinen gezählt.
Die Tage von Heinrich Pröpper als Chef der stadteigenen IDR scheinen gezählt.
Foto: Lars Heidrich
Die Tage von Heinrich Pröpper als Chef der städtischen Immobilien-Tochter Industrieterrain Düsseldorf-Reisholz (IDR) scheinen gezählt. Der Aufsichtsrates soll am 29. Februar den Rauswurf des 61-Jährigen beschließen. Unterdessen kommen weitere Details der Verquickungen von IDR und CDU zu Tage. Nun sind Rechnungen aufgetaucht, wonach Pröpper und ein Aufsichtsratsmitglied drei Abendessen für 618, 640 und 673 Euro hatten.

Düsseldorf. Seit Mittwochnachmittag ist es raus: Heinrich Pröpper, dessen Vertrag noch vier Jahre läuft, soll als Vorstands-Chef der stadteigenen Immobilienfirma IDR gehen. Für kommenden Mittwoch wurde der Aufsichtsrat der IDR einberufen. Auf der Tagesordnung nur zwei Punkte, die Heinrich Pröpper betreffen: Der Widerruf der Bestellung als Mitglied des IDR-Vorstandes und die Beendigung seines Dienstvertrages. Damit scheinen die Tage des 61-Jährigen bei der IDR gezählt. Gleichzeitig wollen interessierte politische Kreise so versuchen, einen Schlussstrich unter die IDR-Skandale zu ziehen. Ob dies gelingt, ist fraglich.

Denn immer wieder kommen neue Details ans Tageslicht, die die Praktiken der IDR und ihr Verhältnis zur CDU als äußerst fragwürdig erscheinen lassen. Neuestes Beispiel: Der IDR-Chef und Peter Preuß, IDR-Aufsichtsratsmitglied und CDU-Landtagsabgeordneter, waren dreimal in Luxus-Restaurants speisen – mit ihren Gattinnen. Die Rechnungen vom Victorian (618 Euro), den Essener Restaurants La Gappa (673 Euro) und Schloss Hugenpoet (640 Euro) betragen für diese vier Personen satte 1931 Euro. Laut Beleg wurde auch über „Aufsichtsratsangelegenheiten“ gesprochen. Das wäre der nächste Skandal: Was gehen nicht-öffentliche IDR-Angelegenheiten die Ehefrauen an?

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Seit mehreren Wochen kommt die IDR nicht zur Ruhe. Es geht um umstrittene Spenden an die CDU, um zwei Partys, die die IDR für die CDU-Fraktion für mehr als 22.000 Euro ausgerichtet hat, als der heutige OB noch Fraktions-Chef der CDU gewesen ist und bereits Aufsichtsrats-Chef der IDR. Die Staatsanwaltschaft hat bereits Ermittlungen aufgenommen, um die Spenden kümmert sich auch die Bundestagsverwaltung.

Inzwischen verlautete, dass die beauftragten Wirtschaftsprüfer bei der IDR auf Belege gestoßen sind, die möglicherweise gefälscht oder nicht korrekt seien. Davon könne einiges , so hieß es hinter vorgehaltener hand, „justiziabel“ sein.

Irritiert ist Markus Raub, Fraktions-Chef der SPD, weil dbereits Prüfungs-Ergebnisse durchsickerten: „Das muss OB Elbers als Vorsitzender des Aufsichtsrates unterbinden. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, dass solche Informationen aus seinem Umfeld gezielt gestreut werden.“

 
 

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