Hochzeitswalzer im Böötchen

Monheim..  Als erstes Brautpaar gaben sich Julia Schneider und Heinz Eichstädt am Samstagnachmittag auf dem Piwipper Böötchen das Ja-Wort. Ihren großen Hochzeitwunsch machte die Stadtverwaltung möglich. Hochzeitspaare können nun als Trauungsort zwischen dem Standesamt, der Marienburg, dem Schelmenturm und der Fähre wählen. „Die notwendigen Formalitäten wurden ohne Probleme erledigt“ erläuterte Bürgermeister Daniel Zimmermann, der die erste Eheschließung selbst vollzog.

Eine der Bedingungen war ein Regen- und Wetterschutz, der durch das Dach des Bootes erfüllt wurde, fügte er hinzu. An folgende Vorgaben müssen sich Kapitän und Fahrgäste bei der schwimmenden Trauung halten: Es dürfen nicht mehr als 25 Gäste mitfahren und das Boot darf die Monheimer Seite nicht verlassen. Auch gleichgeschlechtliche Paare, die sich für eine eingetragene Lebensgemeinschaft entscheiden, sind auf dem Fährschiff herzlich willkommen.

Probleme bei der Generalprobe

Mit ungefähr 18 Gästen ging es am Samstag um kurz nach 17 Uhr an Bord. Ohne Pannen pötterte der Dieselmotor los und die Gesellschaft startete zur Fahrt auf dem Rhein. Erst zwei Tage vorher gab es bei der Generalprobe technische Probleme, die ein Mechaniker schnell beheben konnte. Passend zum Wetter und zur Seefahrt war die Braut mit einem Wintermantel und blauen Pumps bekleidet. Das Brautpaar hatte vorab geklärt, wer von den Gästen mitfahren durfte. Die restliche Gesellschaft wartete an der Anlegestelle gegenüber der Marienkirche und vertrieb sich die Zeit mit einem (oder auch zwei) Gläschen Sekt. Der Gassenhauer „Heidewitzka Herr Kapitän“ wurde kurzerhand auf das Piwipper Böötchen umgetextet. Als dann nach etwa 20 Minuten die roten Luftballons vom Böötchen aus gen Himmel stiegen, war klar: Nun sind der Sozialpädagoge und die Buchhändlerin ein Ehepaar. Mit lautem Jubel und Klatschen wurde dies von den Wartenden honoriert. Als erster Gratulant vollzog das Böötchen den Hochzeitswalzer höchstpersönlich und drehte sich auf der Stelle: 3 x nach links und 3 x nach rechts. Ab dem 23. März soll die Fähre mit ihrem regelmäßigen Betrieb starten, der an den Wochenenden, Feier- und Brückentagen zwischen 10.30 Uhr etwa 18 Uhr geplant ist. Bei schönem Wetter als ständiger Pendelverkehr und ansonsten halbstündlich. Die Überfahrt soll zwei Euro kosten, egal, ob mit oder ohne Fahrrad. Kinder zahlen die Hälfte.

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