Hochkonjunktur für Barbiere – Mann trägt wieder (Voll-)Bart

Barbier Marco Mulas bietet in seinem Barber Shop in der Düsseldorfer Innenstadt die klassische Bartpflege an. „Eine halbe Stunde müssen Kunden für einen Besuch mindestens einrechnen“, rät der gebürtige Italiener.
Barbier Marco Mulas bietet in seinem Barber Shop in der Düsseldorfer Innenstadt die klassische Bartpflege an. „Eine halbe Stunde müssen Kunden für einen Besuch mindestens einrechnen“, rät der gebürtige Italiener.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Ein Blick auf Düsseldorfs Straßen zeigt, neben dem klassischen Dreitagebart liegen Vollbärte voll im Trend. Die modische Gesichtsbedeckung lässt einen verschollen geglaubten Beruf wieder auferstehen: Barbiere freuen sich über Kundschaft.

Sie wachsen wieder. Erobern Wangen, Kinn und Hals. Präsentieren sich mal kurz getrimmt, mal wild wachsend – Bärte sind im Trend, genau so wie der Beruf des Barbiers. Bartscherer und Herrenfriseur Marco Mulas bestätigt: „Von Männern in den Zwanzigern bis hin zu Senioren, viele tragen derzeit Bart.“

Etwa 40 Kunden kommen pro Monat nur zur Bartpflege in Mulas „Barber Shop“ an der Blumenstraße in der City. „Das sind deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren“, sagt Mulas. Der gebürtige Italiener, selbst Bartträger, arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Herrenfriseur. Der Barbier bekräftigt, was schon ein Blick auf Düsseldorfs Straßen vermuten lässt: Männer verschiedener Altersklassen halten ihre untere Gesichtspartie gerne bedeckt.

Holzfäller- gegen Trendbart

Neben dem Dreitagebart als Evergreen unter den Gesichtsbehaarungen, ist derzeit vor allem der Vollbart auf dem Vormarsch. Dabei unterscheidet Mulas zwischen zwei Arten: „Auf der einen Seite steht der Holzfällerbart, den Mann einfach wild wachsen lässt. Auf der andere Seite ist der ebenfalls lange, aber ordentlich getrimmte und gepflegte Bart – das ist unser Terrain.“

„Und ihre Bartpflege“, weiß Mulas, „lassen sich Männer auch gerne etwas kosten.“ Rund 30 Euro bezahlen Kunden für einen Bartschnitt im Barber Shop. „Besonders, seit Bärte wieder im Trend sind, gehen die Träger wieder vermehrt zum Barbier.“ So hat Mulas inzwischen auch einen Zuwachs an Kollegen bemerkt. „Seit wir vor vier Jahren unser Geschäft eröffnet haben, sind einige Mitbewerber dazu gekommen.“ Gerade Düsseldorf sei als relativ wohlhabende Stadt ein gutes Pflaster für Barbiere. „Wer Hunderte von Euro für einen Anzug ausgibt, möchte natürlich auch im Gesicht gepflegt aussehen.“

An italienische Verhältnisse, so der Sardinier, werden aber auch die Düsseldorfer nie herankommen. „In meinem Heimatdorf gehen die Männer alle zwei Tage zum Barbier.“ Seine Kunden hingegen ließen sich bis zum nächsten Besuch locker zwei bis drei Wochen Zeit. Doch mit der richtigen häuslichen Pflege genüge dieser Zeitraum voll und ganz für einen vollen, gepflegten Trendbart.

 

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