Hobrecht-Film erinnert an Deportationen

Anlässlich des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am kommenden Montag, 27. Januar, läuft in der Black Box im Filmmuseum der Dokumentarstreifen „Wir haben es doch erlebt“ gezeigt. Der Film von Jürgen Hobrecht beschreibt die Deportation der überwiegend jüdischen Mitbürger in das Ghetto von Riga. Er erzählt von der Verschleppung von 24 606 Juden aus dem Deutschen Reich in die besetzte Stadt im heutigen Lettland.

Darunter war auch ein Transport von 1007 niederrheinischen Bürgern, die am 11. Dezember 1941 vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf aus deportiert wurden.

Etwa 20 000 der deutschen Juden wurden in das Ghetto gesperrt, mehr als 4500 wurden direkt nach der Ankunft in der Nähe von Riga erschossen.

Der Filmemacher Jürgen Hobrecht hat über viele Jahre hinweg die Spuren der mit dem Namen „Riga“ verbundenen Verbrechen und die mit ihnen verbundenen Schicksale recherchiert. Seine erschütternde Dokumentation begibt sich an die Orte des Geschehens in Lettland, zeigt aber auch, wie akribisch die Deportationen in Deutschland vorbereitet wurden.

Aus vielen einzelnen Zeitzeugenberichten entsteht die Erzählung der Deportation nach Riga, der mehrjährigen Zwangsarbeit und täglichen Todesgefahr im Ghetto, der Odyssee durch die Lager, der Befreiung und schließlich der Frage, wie ein Überleben nach diesen unvorstellbaren Erlebnissen möglich war. Mit diesem Film wird erstmals die Geschichte des Ghettos in Riga vollständig erzählt. Denn: Der deutsche und der lettische Teil des Geschehens sind gleichermaßen im Fokus.

Der Filmabend wird veranstaltet von der Mahn- und Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum, der Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit, der Katholischen und der Evangelischen Kirche, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, dem AStA der Fachhochschule Düsseldorf und dem Erinnerungs- und Lernort „Alter Schlachthof“ der FH Düsseldorf. Der Eintritt ist frei.

 
 

EURE FAVORITEN