Historische Bastionsmauer wird saniert

Die Stadt Düsseldorf lässt jetzt die historische Bastionsmauer an der Fliednerstraße in Kaiserswerth sanieren. Die Arbeiten sind Teil der Stadterneuerungsmaßnahmen Kaiserswerth. An den Baukosten in Höhe von insgesamt 1,6 Millionen Euro beteiligt sich die Bezirksregierung Düsseldorf mit einem Zuschuss von rund 800 000 Euro. Begonnen wurde mit Fäll- und Rodungsarbeiten bereits vor einigen Tagen. Die voraussichtliche Bauzeit beträgt etwa acht Monate.

Erhebliche Schäden im Mauerwerk

Die umfangreiche Sanierung wurde erforderlich, da sich an der Mauer erhebliche Schäden gezeigt haben. So ist die Mauer an der Ostseite in großen Teilen um rund 2,5 Meter abgerutscht. Die Sichtflächen der Ziegelsteine sind vielfach verwittert. Besonders im oberen Längswandbereich erfüllt der Fugenmörtel nicht mehr die Anforderungen an die Standfestigkeit. An der Südseite ist das Ziegelmauerwerk ähnlich angegriffen wie an der Ostseite. Die Mauerecke weist breite Risse auf und hat sich etwas zum tieferen Gelände geneigt.

Der oberhalb der Bastionsmauer liegende Schulhof weist ein leichtes Gefälle in Richtung Ostmauer auf. Bei Starkregen fließen die Niederschläge dort über die Mauer- bzw. Geländekante auf das untere Geländeniveau. Wegen der starken Mauerschäden musste der den Schulhof begrenzende Stahlgitter-Zaun bereits mehrfach versetzt werden, um ein weiteres Abgleiten der Einfriedung zu verhindern.

Nach Abwägung verschiedener bautechnischer Möglichkeiten wurde ein Sanierungskonzept in intensiver Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde erarbeitet. Die Bauarbeiten werden durch eine archäologische Fachaufsicht begleitet. Die Bastionsmauer wird zur Sicherung mit Erdnägeln rückverankert. Die Erdnägel werden durch das Mauerwerk geführt und hinter der Wand mit einer Betonplombe verankert. Hinter der Wand entsteht eine Tragschale, die den Erddruck aufnimmt und die Standsicherheit der Wand gewährleistet.

Durch das spezielle Verfahren wird die Substanz des Mauerwerks geschont. Im Sinne einer denkmalgerechten Sanierung entfallen sonst übliche – auf der Vorderseite der Wand liegende – Ankerplatten. Die Ostseite der Festungsmauer ist 40 Meter, die Südseite etwa 20 Meter lang.

Weiterhin werden schadhafte Steine erneuert und marode Bereiche ersetzt, Risse verpresst und das Sichtmauerwerk neu verfugt. Speziell an der Ostseite wird das obere, ohnehin nicht mehr tragfähige Mauerwerk abgetragen und die Böschung mit einer Betonschale und einer Winkelstützwand aus Stahlbeton gesichert. Unter der Mauerecke werden abschnittsweise Fundamente als Unterfangung betoniert. Das Pflaster des Schulhofs wird neu im Gefälle verlegt bzw. ergänzt, gleichzeitig wird der Schulhof vergrößert.

Keine Blindgänger im Boden

Im Oktober des vergangenen Jahres war zunächst durch Sondierungsbohrungen des Kampfmittelräumdienstes sichergestellt worden, dass sich im Umfeld der Kaiserswerther Bastionsmauer keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden befinden. Die Fällung einer Rosskastanie zum Auftakt der Arbeiten war nicht zu vermeiden, da sonst die Unterfangung der Mauerecke nicht möglich wäre.

Des Weiteren wird das Buschwerk unterhalb der Mauer dauerhaft gerodet, um die Sicht auf die später sanierte Mauer zu gewährleisten. Die vor der Südmauer stehende Kastanie und die drei vor der Ostmauer stehenden Rosskastanien sollen möglichst erhalten bleiben. Ihre Standsicherheit wird begleitend zur Abgrabung am Mauerfuß mittels Zugversuch geprüft. Die Abgrabung wird vorsichtig von Hand ausgeführt. Zum Schutz des Wurzelwerks ist ein Wurzelvorhang erforderlich.

Die Andienung der Baustelle auf dem tiefer gelegenen Gelände erfolgt über eine Rampe von der Arnheimer Straße aus. Da die Baustelle im Landschaftsschutzgebiet liegt, erfolgt eine fortlaufende Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde und dem Landschaftsbeirat.

 
 

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