Heftiger Streit um die Schulpolitik

Pressegespräch Ganztag Schulen in Düsseldorf. Im Bild: Die neuen Container des Lessing-Gymnasium Ellerstrasse Foto: Uwe Schaffmeister Ganztagsschule, Ganztagsplätze, Schule, Realschule, Gymnasium, Grundschule, Mittagstisch
Pressegespräch Ganztag Schulen in Düsseldorf. Im Bild: Die neuen Container des Lessing-Gymnasium Ellerstrasse Foto: Uwe Schaffmeister Ganztagsschule, Ganztagsplätze, Schule, Realschule, Gymnasium, Grundschule, Mittagstisch
Foto: WNM Uwe Schaffmeister
Politiker diskutierten mit der Düsseldorfer Elternschaft über ständig steigende Schülerzahlen, fehlende Neubauten und rund 300 Klassenräume

Wenn es so langsam weiter gehe bei Neubau und Erweiterung von Schulen, „können unsere Kinder bald nur noch vor den Schulen stehen.“ Mit dieser Kritik bestätigte Miriam Koch, grüne OB-Kandidatin, die Befürchtungen vieler Eltern und ihrer neugegründeten Vertretung, der „Elternschaft Düsseldorfer Schulen“ (EDS).

Die hatte Mittwochabend Politiker eingeladen zu einer Podiumsdiskussion darüber, warum angesichts steigender Schülerzahlen in den nächsten drei Jahren rund 300 Klassenräume fehlen und Unterricht allein an den Grundschulen in 16 Containern abläuft. Rund 80 Zuhörer verfolgten in der Aula des Lessing-Gymnasiums zweieinhalb Stunden interessiert die Argumente der Politiker.

Die Vorsitzende der EDS, Berit Zalbertus, verwies auf die Zahlen aus dem städtischen Schulentwicklungsplan (SEP) für 2011 bis 2017. „Die zeigen, dass bei stetig wachsenden Schülerzahlen unsere Schulen längst aus den Nähten platzen“, und in manchen Klassen schon mehr als 30 Schüler sitzen, obwohl es nur 24 sein sollten. Allein an Grundschulen werde es 2017 rund 720 Schüler mehr geben.

Seit 2012 sei bekannt, dass Räume fehlten, kritisierten die OB-Kandidatin Koch, Thomas Geisel, OB-Kandidat der SPD, Georg Blanchard (Linke) und Michael Möller (Freie Wähler) auf dem Podium. „Das ist doch keine vorausschauende Planung“, monierte Geisel.

„Es gibt noch die eine oder andere Schule, wo was gemacht werden muss“, spielte FDP-Ratsherr Mirko Rohloff die Raumnot herunter. Florian Tussing (CDU) wand sich sichtlich beim Versuch, gegen die erdrückenden Zahlen die CDU-Linie zu verteidigen: „Wir haben im Bestand zusätzliche Kapazitäten geschaffen.“ Worauf Koch ätzte: „Es gibt Herrn Tussings Erzählungen und die Realität“. So sei an der Apollinaris-Schule im Neubaugebiet in Itter, der neue Anbau schon jetzt zu klein, nannte Koch ein Beispiel, und wegen des zu kleinen Schulhofs müssten Gruppen von Kindern nacheinander Pause machen.

Den Unterricht in Containern versuchte FDP--Ratsherr Mirko Rohloff herunterzuspielen und erntete lautes Gelächter der Eltern: „Es sind Modulbauten, und der Unterschied zu Klassen ist gar nicht so groß,“ so Rohloff.

Das zuständige Gebäudemanagement habe Personalmangel wegen der von der CDU/FDP-Mehrheit geforderten Einsparungen, so Koch und Geisel. Zudem dauerten Planung und Bau einer Schule mindestens fünf Jahre – also müsse jetzt dringend etwas passieren.

Die 30 Millionen Euro im Masterplan Schulen, inklusive der Landesmittel von 17 Millionen Euro, seien nie in dieser Höhe ausgegeben worden. Die Landeszuschüsse , so Geisels Kritik, „übersteigen doch die Investitionen der Stadt.“ Was nicht ausgegeben wurde, sei wohl im Haushalt der Stadt gelandet. „Selbst wenn wir 15 Millionen dafür ausgeben, bleiben wir an der Kapazitätsgrenze der Schulen“, mahnte Geisel. „Wenn der Kö-Bogen fertig ist“, hielt FDP-Ratsherr Rohloff dagegen, sei auch mehr Geld in der Kasse für größere Schulkapazitäten.

Eine fünfte Gesamtschule, seit Jahren von der CDU/FDP-Mehrheit abgelehnt, befürworteten auf eine Frage von Moderatorin Daniela Partenzi nur Geisel, Koch, Blanchard und Möller. Rohloff und Tussing sprachen sich auch als Einzige gegen ein Rederecht der Elternvertretung im Schulausschuss aus.

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