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Kriminalität

Handyfoto half Serientäter zu fassen

08.06.2012 | 20:00 Uhr
Handyfoto half Serientäter zu fassen

Düsseldorf. Mit der Hilfe eines pfiffigen Zeugen gelang es der Polizei jetzt einen notorischen Serieneinbrecher zu fassen. Der 49-jährige Mann aus Flingern hatte ein Handyfoto von dem Täter gemacht, das die Fahnder schließlich auf die Spur des 29-Jährigen brachte.

Auf das Konto des Drogenabhängigen gehen rund 15 Haus- und Wohnungseinbrüche, die er in den vergangenen fünf Wochen in der City und in Flingern begangen hat.

Erstmals ertappt wurde der Mann am 24. Mai, als eine Frau in ihre Wohnung an der Fortunastraße zurückkam, ihn überraschte und mit lauten Hilfeschreien in die Flucht schlug. Der Polizei beschrieb sie ihn als „Pickelgesicht aus dem Junky-Milieu“. Am 1. Juni beobachteten drei Zeugen den Täter, als er in der Lichtstraße über ein Flachdach kletterte. Der 49-jährige fotografierte ihn und alarmierte die Polizei.

Nachdem Zoom-Vergrößerungen erstellt waren, erkannte ein Straßenfahnder den Einbrecher als „alten Bekannten“. Er war in Düsseldorf schon als 14-Jähriger mit ähnlichen Delikten in Erscheinung getreten. Wegen solcher und verschiedener anderer Gewalttaten saß er insgesamt über zehn Jahre und damit mehr als ein Drittel seines Lebens hinter Gittern.

Auf den Fersen

Erst im Januar dieses Jahres war er nach einer fünfjährigen Haftstrafe auf freien Fuß gekommen und wohnte zunächst bei seinem Bruder in Bielefeld. Aber auch dort war ihm die Polizei nach vier Einbrüchen auf den Fersen, einen davon hatte der 29-Jährige sogar mit einem gebrochenem Fuß und Gipsbein begangen. Anfang Mai setzte er sich nach Düsseldorf ab und startete die nächste Einbruchserie. Dabei hebelte er immer auf Kipp stehende Fenster oder Balkontüren auf.

Nachdem der Mann identifiziert worden war, fahndeten die Ermittler jetzt gezielt in Flingern nach ihm. Am Montag fassten sie den Einbrecher schließlich auf der Lichtstraße, er war in Begleitung einer 32-jährigen Deutsch-Türkin und leistete keinen widerstand. Der Mann hatte einen Beutel mit verschiedenen Beutestücken und eine geladene Gas- und Schreckschusspistole bei sich. In der Wohnung der Frau an der Hoffeldstraße fanden die Beamten weiteres Diebesgut, I-Pads, Handys, Diktiergeräte und jede Menge Schmuck.

Wieder hinter Gittern

„Das wird nur der Rest der Beute sein. Den Großteil davon wird er zu Geld gemacht haben, um seine Drogensucht zu finanzieren“, sagt Dieter Töpfer, Erster Kriminalhauptkommissar. Er geht von einer Gesamtschadenssumme im höheren fünfstelligen Bereich aus. Der 29-Jährige sitzt mittlerweile wieder hinter Gittern und verweigert die Aussage.

Aus dem Knast geflüchtet

Ganz nebenbei ging der Polizei noch ein dicker Fang ins Netz. Zeugen hatten berichtet, der Einbrecher hätte sich auch häufig in einer anderen Wohnung in dem Haus an der Hoffeldstraße aufgehalten. Dort erwischten die Fahnder einen 28-jährigen Deutsch-Marokkaner, der offensichtlich der Dealer des Einbrechers war. In der Wohnung fanden die Beamten 23 Gramm Heroin. Bei der Überprüfung der Personalien stellte sich heraus: Der Mann war aus dem Gefängnis geflüchtet und muss noch eine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen verschiedener Drogendelikte absitzen. Auch der 28-Jährige befindet sich mittlerweile wieder im Knast.

Rüdiger Hoff

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2012-06-08 20:00
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