Goldplättchen enthielten gar kein Gold

Katharina Rüth

Es sah aus wie Gold, fühlte sich an wie Gold, bestand auch einen ersten Test. Doch die kleinen glänzenden Plättchen, die der 40-Jährige zu einem Juwelier brachte, erwiesen sich später doch als wertlos. Jetzt sollte sich der Verkäufer als Betrüger vor dem Amtsgericht verantworten, erschien aber nicht.

Im November 2012 war der Angeklagte in das Schmuckgeschäft in Pempelfort gekommen, hatte seine Handvoll Miniplättchen präsentiert. Ein angebliches Echtheitszertifikat konnte er ebenfalls vorlegen. Es sollte sich um Zahngold handeln, 86 Prozent reines Gold enthalten. 47,60 Gramm wog der vermeintliche Schatz. Nachdem er noch einen Test bestand, zahlte der Juwelier 1360 Euro.

Erfolglose Rückforderung

Als er das angebliche Gold jedoch weiterverkaufen wollte, unterzog dieser Käufer die Plättchen einer weiteren Prüfung und stellte fest: Die kleinen Stückchen enthielten gar kein Gold.

Der frustrierte Juwelier schrieb an den Verkäufer, es handele sich sicher um ein Versehen. Er wolle das Geld zurück. Doch das blieb erwartungsgemäß ohne Erfolg. Also erstattete der Schmuckhändler Anzeige.

Gestern wollte das Amtsgericht verhandeln, doch der Angeklagte blieb ohne Entschuldigung weg. Daraufhin erließ das Gericht einen Strafbefehl. Da der Verkäufer bereits eine lange Liste von Vorstrafen vorzuweisen hat, wurde ein Bewährungsstrafe von acht Monaten verhängt. Der Angeklagte kann dagegen noch Einspruch einlegen, dann kommt es doch noch zu einem Prozess.