Gericht prüft Terrasse am Barbarossaplatz

Oberkassel.  Nach der Kollision eines Radfahrers (51) mit einer Kellnerin am Oberkasseler Barbarossaplatz will das Amtsgericht jetzt prüfen, ob der Terrassenbetrieb dort überhaupt genehmigt ist. Das ist das Ergebnis einer Verhandlung wegen fahrlässiger Körperverletzung, die dem Radfahrer vorgeworfen wird. Mit schriftlichem Strafbefehl zu 2000 Euro Strafe verurteilt, hatte der Angeklagte dagegen nämlich Protest eingelegt – und hat im Termin jetzt diese gerichtliche Überprüfung der Terrassengenehmigung gefordert. Die Richterin brach den Prozess daher ab, will der Forderung nun nachgehen.

An einem Augustabend 2013 war der Angeklagte auf seinem Fahrrad mit jener Kellnerin (43) zusammengestoßen. Die Frau wollte gerade ein Tablett mit Getränken vom Barbarossaplatz-Lokal zu einer zugehörigen Terrasse bringen, die auf der anderen Straßenseite liegt. Beim Überqueren der Straße „habe ich zwar nach links geguckt“, sagte sie im Zeugenstand. Doch bevor sie auch nach rechts schauen konnte, habe der angeklagte Radfahrer sie bereits touchiert und umgerissen.

Die Frau erlitt durch ihren Sturz auf die Straße eine Platzwunde am Ellenbogen sowie schwere Prellungen am Oberschenkel, war vier Wochen lang arbeitsunfähig, kann angeblich bis heute kein Tablett mit Tellern mehr austragen. Als Kellnerin sei sie dadurch kaum noch einsetzbar.

Freie Sicht versperrt?

Der Angeklagte und sein Anwalt monierten jedoch, dass jene Terrassenanlage des Lokals auf der anderen Straßenseite nicht genehmigt sei, dass also der Lokalbetreiber zumindest eine Mitschuld an dem Unfall tragen müsse. Auch sei dem Angeklagten damals die freie Sicht auf die Straße durch einen quergeparkten Geländewagen versperrt gewesen. Eine echte Chance, der Kellnerin mit ihrem Tablett noch auszuweichen, habe er deshalb nicht gehabt.

Sobald das Gericht den dortigen Terrassenbetrieb überprüft hat, wird der Prozess neu aufgerollt. Einen Termin dafür gibt es noch nicht.

 
 

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