Gefahr für Radfahrer: Mittelinseln zu schmal

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Foto: Lars Heidrich /WAZ Fotopool

Düsseldorf.. Jetzt tritt die Politik in die Pedalen. Mit mehreren Initiativen soll der Radverkehr in der Stadt ein Stück attraktiver gemacht werden.

Die Liberalen schlagen vor, dass das Ausleihen der Fahrräder des Kooperationspartners Nextbike in den ersten 30 Minuten kostenlos ist. Die SPD will ein Navi-System auch für Radfahrer. Und die Grünen fordern eine Düsseldorfer Satzung, die genau festlegt, wie viele Fahrrad-Abstellplätze Bauherren in Neubauten zur Verfügung stellen müssen.

Martin Volkenrath (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, geht es vor allem um die Verkehrssicherheit. Er moniert, dass viele Mittelinseln zu schmal sind, auf denen Fußgänger und Radfahrer auf die nächste Grünphase warten. Für die SPD besteht dort eine erhöhte Kollisionsgefahr mit Autos und Bahnen. „Es grenzt schon an ein Wunder, dass noch nicht mehr passiert ist. Da wird einem ja der Hintern abgefahren“, so Volkenrath. Besonders gefährlich: Junge Eltern nehmen ihre Kinder gerne auf Anhängern mit. Für die ist aber auf einer Mittelinsel gar kein Platz.

Zur besseren Orientierung schlägt die SPD vor, dass die Stadt einen digitalen Routenplaner für Biker erstellt, damit sie schneller und auf sicheren Wegen ihr Ziel erreichen. Die Radfahrer können dann mit ihren Smartphones oder kleinen Bildschirmen, die auf dem Lenkrad befestigt sind, mühelos gelotst werden.

Einbahnstraßen nutzen!

Das meiste Datenmaterial für ein solches Projekt sei schon vorhanden, betont SPD-Ratsherr Matthias Herz. Düsseldorf wurde im vorigen Jahr digital vermessen und das Land hat bereits einen landesweiten Fahrradroutenplaner zur Verfügung gestellt. Ob digital oder gedruckt - in Zukunft müssten Radfahrer auch besser darüber informiert werden, welche Einbahnstraßen sie benutzen dürfen. Denn die können oft als Abkürzung genutzt werden. Und: Der Radfahrer kann stark befahrene Hauptstraßen meiden.

In mehreren Städten sind Mietfahrräder in den ersten 30 Minuten kostenlos. „Warum nicht auch bei uns?“, fragt FDP-Ratsherr Mirko Rohloff. Mit Hilfe der Stadt hat der Vermieter Nextbike hier ein Fahrrad-Verleihnetz aufgebaut. Jetzt soll das Verkehrsmanagement klären, ob die Räder die erste halbe Stunde zum Nulltarif genutzt werden können. „So würden mehr Leute auf das Angebot aufmerksam“, betont Rohloff.

Immer wieder ein Ärgernis: Fahrräder müssen draußen abgestellt werden, weil im Wohnhaus kein Platz für sie ist. Zwar schreibt die Landesbauordnung Fahrradstellplätze in Neubauten vor. „Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass darauf oft nicht geachtet wird“, so Norbert Czerwinski (Grüne). Für konkrete Vorgaben soll eine Düsseldorfer Satzung sorgen.

Mehr dazu am 22. Februar im Ordnungs- und Verkehrsausschuss, 16 Uhr im Rathaus.

 
 

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