Gartenbaufirma kündigt Mitarbeiter weil er zu dick ist

Hartmut H. dürfte als stattliche Erscheinung gelten: Der mehr als 1,90 Meter große Angestellte einer Gartenbaufirma bringt mindestens 200 Kilogramm auf die Waage. Damit sei er zu dick zum Arbeiten – fand sein Arbeitgeber und schickte ihm die Kündigung.

Die Trittstufe eines LKW sei unter seinem Gewicht zusammengebrochen und auf dem Frontsitz des Transporters, der für drei Personen ausgelegt sei, habe neben H. nur noch eine weitere Person Platz. Und die Leitern des Betriebs seien nur für ein Gewicht von bis zu 150 Kilogramm ausgelegt. Kurzum: H. könne die Arbeit nicht mehr richtig ausführen, so die Gartenbaufirma.

H. klagte gegen die Kündigung - er könne sehr wohl noch alle Arbeiten durchführen. Das Düsseldorfer Arbeitsgericht gab dem 48-Jährigen Recht. Warum er nicht mehr in der Lage sein soll, seine Arbeit auszuführen, das habe die Firma „nicht hinreichend konkret“ darlegen können.

Weil sich Hartmut H. von seinem Arbeitgeber diskriminiert fühlte, hatte er in einem zweiten Antrag eine Entschädigung von 6000 Euro gefordert. Die wies das Arbeitsgericht allerdings zurück: Fettleibigkeit könne als Behinderung gelten, dann sei eine Entschädigung diskutabel. Weil aber H. betont hatte, arbeitsfähig und eben nicht behindert zu sein, stehe ihm keine Entschädigung zu.

Grundsätzlich könne es je nach Fall aber rechtmäßig sein, dass eine Firma einem Mitarbeiter kündigt, weil er zu dick ist, sagt Anke Salchow, Richterin am Arbeitsgericht Düsseldorf: „Wenn jemand im Extremfall seinen Job nicht mehr machen kann, dann kann sein Arbeitgeber ihm kündigen.“ Das gelte generell bei Behinderungen.

 
 

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