Ganztag an Schulen auf dem Prüfstand

Containeranlage auf dem Gelände der Hauptschule an der Melanchtonstraße in Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich
Containeranlage auf dem Gelände der Hauptschule an der Melanchtonstraße in Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Der Ganztagsbetrieb an Schulen ist eines der Vorzeigeprojekte von CDU/FDP und der Stadtspitze. Jetzt gerät das hochgelobte Projekt allerdings unter massiven Druck.

Wie berichtet, protestierten Eltern vorm Rathaus, Schulleiter beklagten den mangelnden Fortschritt beim Ausbau der Schulen. Jetzt kommt noch eine unmissverständliche Warnung der Bezirksregierung dazu.

Die Stadt, müsse die „problematische Situation“ am Pempelforter Leibniz- und am Benrather Schloßgymnasium bereinigen, denn dort seien nicht genug Räume für einen Ganztagsbetrieb eingerichtet. Wegen der Verzögerungen beim Bau von Mensen und Räumen ist inzwischen die Rückkehr zum Halbtagsbetrieb an mehreren Schulen möglich.

Für die Bezirksregierung wäre eine Konsequenz, den Ganztagsbetrieb an den beiden Schulen einzustellen. Schuldezernent Burkhardt Hintzsche, der allerdings nicht für die Baumaßnahmen zuständig ist, freut sich geradezu auf die Auseinandersetzung mit der Bezirksregierung: „Der Baudezernent und ich haben in der Vergangenheit bereits etliche Gespräche mit der Bezirksregierung zu Maßnahmen im Ganztag geführt, die sind dort also bekannt.“ Wenn die Behörde sich nun auf fehlende Räume berufe, setze sie offenbar ein „Raumprogramm“ voraus - das bisher aber nicht bekannt sei. Wenn die Landesbehörde ein solches Programm vorschreibe, müsse das Land sich auch an den Kosten finanziell beteiligen, so Hintzsche.

Am Benrather Schloßgymnasium essen rund 450 Schüler im Ganztag zu Mittag. Allerdings fährt eine Hälfte mit dem Bus zur Freien Christlichen Schule, die andere geht zu Fuß zum Gemeindesaal der Dankeskirche an der Weststraße. „Wir haben keine Möglichkeit, dem nächsten Jahrgang ein Mittagessen zu bieten“, macht Schulleiterin Siegrid Belzer klar. Allerdings gibt es bereits einen Beschluss, für 2,5 Millionen Euro am Gymnasium eine Mensa einzurichten (die NRZ berichtete). Dafür müssen aber Klassenräume herhalten, so dass Unterricht in Container verlegt werden muss.

Im Leibnizgymnasium an der Scharnhorststraße 8 ist eine Mensa seit drei Jahren in der Planung, so Schulleiter Bernd Verfürth. Nächstes Jahr werden allerdings rund 400 Schüler im Ganztag erwartet.

Für Wolfgang Scheffler, Vorsitzender im Schulausschuss, ist die Mahnung der Bezirksregierung verständlich: „Das Land zahlt Zuschüsse und Lehrerstellen für den Ganztag. Und die Bauverwaltung weiß ja seit vier Jahren schon, welche Schulen sich am Ganztag beteiligen wollen, hätte also durchaus früher reagieren können.“

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