Freiluft-Zecher im Visier

Erkrath.  Sie sitzen mit ihren Bier- und manchmal auch Schnapsflaschen auf den Mäuerchen des Sandheider Marktes. Mit dem Alkohol- steigen sowohl der Lärmpegel als auch die Wut der Anwohner. Sie fühlen sich von der Stadt allein gelassen. Der für 1,6 Millionen Euro sanierte und vor einem Jahr eingeweihte Platz mitten im Unterzentrum droht nach Meinung der Anlieger zu verkommen.

SPD-Ratsherr Peter Urban und sein Kollege Detlef Ehlert fordern deshalb Bürgermeister Arno Werner auf, härter gegen Freiluftzecher und Wildpinkler vorzugehen. „Zu Recht fühlen sich die Bewohner dort gestört von Zeitgenossen, die sich zu späten Abendstunden oder mittags dort treffen, mit hoher Lautstärke ‘diskutieren’ und sich einfach daneben benehmen,” meint Urban. Er will sich zudem beim Land NRW dafür einsetzen, dass die gesetzlichen Möglichkeiten für Ordnungsbehörden verschärft werden. Städte sollen die Möglichkeit bekommen, gegen Alkoholverzehr auf öffentlichen Plätzen vorzugehen.

Genau dafür fehle derzeit die Handhabe, sagt Bürgermeister Werner und verweist auf entsprechende Urteile des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Sobald es Lärmbelästigungen gebe, sei das Ordnungsamt in spätestens 20 Minuten an Ort und Stelle. Doch den Alkoholkonsum unter freiem Himmel dürfe die Stadt nicht verbieten.

Bereits zur Eröffnung war es wenig herzlich zugegangen zwischen den Anwohnern und Geschäftsleuten des Sandheider Marktes und der Stadt (die NRZ berichtete). Seither bemühen sich die Geschäftsleute, mehr Leben in das Unterzentrum zu bringen. Es gab Trödelmärkte und Marktstände. Zudem soll das Warenangebot dasjenige des Hochdahler Marktes ergänzen.

 
 

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