Flughafen Düsseldorf: Hiobsbotschaft für Mitarbeiter – jetzt schaltet sich Verdi ein

Der Flughafen Düsseldorf will trotz Millionenhilfen mehrere hundert Stellen abbauen. (Archivfoto)
Der Flughafen Düsseldorf will trotz Millionenhilfen mehrere hundert Stellen abbauen. (Archivfoto)
Foto: imago stock&people gmbh

Die Corona-Pandemie hält die Flugzeuge am Boden: Der Flughafen Düsseldorf leitet wie andere Unternehmen der Reisebranche unter Reisebeschränkungen und Lockdown-Maßnahmen.

Bereits im April 2020 hatte der Flughafen Düsseldorf angekündigt, rund 600 Stellen abbauen zu wollen. Trotz Rettungsmitteln und Zuschüssen über 300 Millionen Euro hält der Flughafen auch jetzt noch am Stellenabbau fest.

Flughafen Düsseldorf: Trotz Hilfspaket in Millionhöhe sollen Stellen gestrichen werden

Im Zuge der Corona-Krise kündigte der Flughafen Düsseldorf im April 2020 an, rund 600 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Durch ein Freiwilligenprogramm sind fast ein Jahr später bereits 100 Stellen weggefallen.

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Das ist der Flughafen Düsseldorf:

  • wurde am 19. April 1927 eröffnet
  • der „Düsseldorf Airport“ (DUS) zählt mit rund 25 Millionen Passagieren zu den Top Drei der verkehrsreichsten Flughäfen Deutschlands (nach Frankfurt a.M. und München)
  • 77 Fluggesellschaften verbinden ihn mit über 200 Zielen in etwa 55 Länder
  • wichtigster Flughafen in NRW
  • hat mit einer Höhe von 87 Metern den höchsten Kontrollturm (Tower) Deutschlands

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Doch der Flughafen Düsseldorf will noch weiter einsparen – und „hat den Betriebsräten mitgeteilt, dass das Freiwilligenprogramm wahrscheinlich nicht ausreichen wird“, erklärt Peter Büddicker, Fachbereichsleiter Verkehr der Gewerkschaft Verdi, in einer Pressemitteilung auf der Website.

So möchte der Flughafen bei den rentennahen Jahrgängen nachbessern, aber auch betriebsbedingte Kündigungen werden nicht ausgeschlossen, so Büddicker weiter. „Das ist aus unserer Sicht inakzeptabel“.

Besonders bitter: Der Flughafen habe zuvor einen Notlagentarifvertrag abgelehnt, erhalte aber gleichzeitig über 300 Millionen Euro Unterstützung von Bund und Land.

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Flughafen Düsseldorf: „Die Flughafenmitarbeiter machen ihre Arbeit mit Herzblut“

„Es kann nicht sein, dass öffentliche Mittel in diesen Mengen fließen, aber von möglichen betriebsbedingten Kündigungen kein Abstand genommen wird“, sagt Stephanie Pfeifer, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Düssel-Rhein-Wupper gegenüber der „NRZ“.

Auch wenn der Flughafen von der Corona-Krise schwer getroffen wurde, müsse man in harten Zeiten zusammen stehen: „Die Flughafenmitarbeiter machen ihre Arbeit mit Herzblut. Sie sind der Flughafen“.

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Zudem sei es laut Pfeifer nur eine Frage der Zeit, bis sich das Flugaufkommen vor Ort wieder ändere – es sei für alle keine schöne Situation, „ständig dieses Damokles-Schwert über einen schweben zu haben und eine betriebsbedingte Kündigung fürchten zu müssen.“

Deshalb will die Gewerkschaft Verdi am Dienstag das Vorgehen des Flughafen Düsseldorfs öffentlich kritisieren – mit einer Mahnwache vor dem Verwaltungsgebäude des Flughafens von 6 bis 12 Uhr. Bis zu 50 Beschäftigte können unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen teilnehmen. (kv)