Feuerwehr Düsseldorf fordert Druckkammer

Vorigen Freitag musste ein Patient nach Belgien geflogen werden, weil nirgends in NRW eine Druckkammer zur Verfügung stand. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPool
Vorigen Freitag musste ein Patient nach Belgien geflogen werden, weil nirgends in NRW eine Druckkammer zur Verfügung stand. Foto: Sergej Lepke / WAZ FotoPool
Foto: sergej lepke

Düsseldorf. In ganz NRW war vorigen Freitag keine Druckkammer frei. Ein Patient mit Kohlenmonoxid-Vergiftung musste nach Belgien geflogen werden. Für die Einrichtung einer Kammer mit 365-Tage-Betrieb fühlt sich niemand zuständig.

Düsseldorf braucht eine Überdruck-Kammer, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in Betrieb ist. Dies sagt nicht nur das Gesundheitsamt der Stadt, sondern auch der Sprecher der Feuerwehr, Heinz Engels. Es sei schon mehrere Male vorgekommen, dass Patienten, die eine Rauchvergiftung erlitten hatten, nicht in der Sauerstoff-Druckkammer der Uni-Klinik behandelt werden konnten, weil die Kammer besetzt war, gewartet wurde oder aus anderen Gründen nicht zur Verfügung stand.

So musste am 13. Februar ein Bewohner, der bei einem Zimmerbrand an der Bernburger Straße zu viel Rauch eingeatmet hatte, nach Aachen geflogen werden. Noch dramatischer war die Situation am vergangenen Freitag für einen Mann, der in letzter Sekunde aus einer brennenden Wohnung an der Urdenbacher Straße gerettet worden war, aber wegen einer lebensbedrohlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung sofort eine Sauerstoff-Therapie benötigte. In ganz NRW war kein Platz in einer Druckkammer frei. Die hier zuständige Station der Uni-Klinik hat gerade Betriebsferien. Der Patient musste nach Belgien ausgeflogen werden.

Bundesweit einmalige Zuständigkeit?

Zwar wünscht sich die Uni-Klinik mehr Kapazitäten, aber für einen 365-Tage-Betrieb müsste das Land einen Versorgungsauftrag erteilen, was bundesweit einmalig wäre. Auf Nachfrage verwies das Gesundheitsministerium an den Wissenschaftsminister. Der sei zuständig. Sei er nicht, hieß es dort. Das sei Sache der Uni-Klinik, schließlich sei sie die Betreiberin. Klinik-Sprecherin Susanne Dopheide regte nun an: „Wir sollten uns mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen.“

Die Feuerwehr will eine Lösung: „Wir versorgen 80 bis 100 Rauchgas-Verletzte pro Jahr und hätten gerne eine Druckkammer, die von uns immer angefahren werden kann“, erklärte Engels. „Das wäre sinnvoll“, meinte auch Rathaus-Sprecher Michael Bergmann. „Entscheiden muss aber das Land.“

 
 

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