Fahrradclub fordert Tempo 30 in der Stadt

Stadtmitte..  Auch wer nur am Wochenende mit dem Rad unterwegs ist, kennt diese Erfahrung: „Fußgänger gehen nicht über eine Straße, ohne auf Autos zu achten, sie achten aber selten auf den Fahrradweg“, sagt Rüdiger Heumann von Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Es fehle der „Respekt vor den Radlern“ - und das gelte auch für die Stadt: Der ADFC fordert mehr ausgebaute Radwege, dort parkende Autos müssten sofort abgeschleppt werden, und zudem müsse die Stadt mehr Geld für den Radverkehr ausgeben, so der Vize-Vorsitzende des ADFC. Am Sonntag, 5. Mai, sind unter dem Motto „Zeit, dass sich was dreht“ alle Radler aufgerufen, an der Sternfahrt teilzunehmen, bei der voriges Jahr 4000 mitmachten.

Der Fahrradclub schätzt, dass in der Landeshauptstadt rund 500 000 Räder über die Straßen rollen - auf viel zu wenig ausgebauten Radwegen. Heumann verweist auf das Vorbild Kopenhagen oder auch Amsterdam, wo es großzügige, zweispurige Radwege neben den Autostraßen gibt. „Im städtischen Haushalt sind für den Radverkehr jetzt nur 750 000 Euro eingeplant, das ist zu wenig. Wir hoffen, das wir nächstes Jahr wieder bei der Summe von rund 1,5 Millionen Euro sind“, so Heumann. Zudem, so der ADFC-Vorstand, habe die Stadt das Parken auf vielen Bürgersteigen und Radwegen erlaubt. Er fordert, dass diese Autos sofort abgeschleppt werden. Denn allein plötzlich geöffnete Türen gefährdeten die Radfahrer, dadurch entstünden viele Zusammenstöße.

Die Unfallbilanz für Radfahrer ist alarmierend: Im vorigen Jahr zählte die Polizei bei 643 Unfällen mit Radfahrern drei Tote, 71 Schwerverletzte und 567 leicht Verletzte. Bei der Hälfte der Unfälle waren die Radler schuld am Unfall.

In engen Straßen bewegen sich allerdings viele Radler direkt neben dem gefährlich nahen Autoverkehr. Heumann erneuert daher die Forderung des ADFC, in der Stadt generell Tempo 30 einzuführen. Durchgangsstraßen mit höherem Tempo müssten dann gesondert genehmigt werden.

Zur ADFC-Sternfahrt am Sonntag, 5. Mai, können Radfahrer auch ihren Drahtesel und sich selbst fantasievoll schmücken und verkleiden. Eine Jury kürt den Sieger, der ein Gefährt des Sponsors „Düsselrad“ gewinnen kann.

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