Fahndung nach Mord im Kaufhof-Parkhaus mit Hilfe von Aktenzeichen XY ungelöst

Michael Mücke
Chefermittler Guido Adler tritt bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ auf, um neue Hinweise zum Düsseldorfer Parkhaus-Mord zu bekommen. Foto: Sergej Lepke
Chefermittler Guido Adler tritt bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ auf, um neue Hinweise zum Düsseldorfer Parkhaus-Mord zu bekommen. Foto: Sergej Lepke
Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf. Möglicherweise hat die Kriminalpolizei 150 Tage nach der Ermordung des Wachmannes Augustine O. im Parkhaus von Galerie Kaufhof doch eine heiße Spur. Chef-Ermittler Guido Adler tritt am Mittwoch bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ im ZDF auf.

150 Tage nach dem Mord an einen privaten Wachmann im Parkhaus von Galeria Kaufhof an der Berliner Allee hat die Kripo Düsseldorf vielleicht doch eine heiße Spur. Sie sucht nach zwei Männern, die sich unmittelbar nach der Tat vom Parkhaus Richtung Oststraße entfernt hatten.

Die Mordkommission hat die Fahndung ausgeweitet – und zwar mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, die sich in einer Sendung am Mittwoch, 21. September (ab 20.15 Uhr) ausführlich mit dem mysteriösen und ungeklärten Mordfall in der Düsseldorfer City beschäftigt. Chefermittler Guido Adler wird dort vor den Kameras auftreten, Rede und Antwort stehen.

Rückblende: Am 10. April tritt der 40-jährige Augustine O. um 20 Uhr pünktlich seine Nachtschicht an. Der Parkhaus-Wächter macht seine Runde, offenbar fällt ihm nichts auf. Im Protokoll des Mannes nigerianischer Herkunft finden die Beamten tags darauf jedenfalls keinen Hinweis darauf.

Gegen 0.25 Uhr ( 11. April) hören Zeugen Schreie und und Rufe von mehreren Personen. In diesem Moment bricht der Wachmann auf der Parkhaus-Rampe zusammen, erliegt später im Krankenhaus seinen Stichverletzungen.

„Wohl zur falschen Zeit am falschen Ort“

Kurz darauf beobachten Zeugen, dass sich ein Mann unterhalb der Rampe Richtung Oststraße entfernt. Dann wird ein zweiter Unbekannter gesehen, der mit einer großen Reise- oder Sporttasche in die gleiche Richtung geht.

Die Ermittler werteten darauf die Aufzeichnungen mehrerer Überwachungskameras umliegender Geschäfte aus und stellten fest, dass die beiden Männer im Abstand von 20 Sekunden sich Richtung Graf-Adolf-Straße bewegten. Die Gesichter sind nicht zu erkennen. Die Gesuchten könnten 25 bis 30 Jahre alt sein, möglicherweise Südländer.

Wichtig: Der zweite Mann mit der Tasche ist auffällig klein, zwischen 1,57 und 1,63 Meter groß. Wie eine Videoaufnahme an der Oststraße zeigte, war der mit blauer Hose, dunkler Jacke und hellen Schuhen bekleidete Mann gegen 0.30 Uhr auf der Bahnstraße unterwegs, bog an der Oststraße rechts ab, drehte aber dann um und ging in Richtung Immermannstraße.

Einer oder beide könnten die Täter gewesen sein. Vielleicht sind sie aber auch nur wichtige Zeugen. Das Opfer, ein Familienvater aus dem Nettetal gilt als unbescholten. Ermittlungen in seinem Umfeld haben nichts Verdächtiges ergeben. Die Polizei vermutet, dass der Mann getötet wurde, weil er andere möglicherweise bei einer Straftat beobachtet hatte. Guido Adler: „Er war wohl zur falschen Zeit am falschen Ort.“