Eurobahn fährt über Metallteil - 90 Fahrgäste evakuiert

Dieser Hemmschuh lag auf der Schiene am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Bundespolizei sucht Zeugen nach gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr.
Dieser Hemmschuh lag auf der Schiene am Dortmunder Hauptbahnhof. Die Bundespolizei sucht Zeugen nach gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr.
Foto: Bundespolizei
Unbekannte legten in Dortmund einen so genannten Hemmschuh auf die Schienen. Ein Zug der Eurobahn verkeilte sich damit. Die Fahrgäste mussten zurück zum Hauptbahnhof.

Dortmund/Düsseldorf.. Zu einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr kam es Freitagabend auf der Bahnstecke Dortmund - Düsseldorf. Wie die Bundespolizei meldet, fuhr der RE 3 der Eurobahn gegen 18.05 Uhr über einen Metallgegenstand, den Unbekannte auf die Schiene gelegt hatten. Im Bereich der Heinrich-August-Schulte-Straße, in der Nähe des Hauptbahnhofs Dortmund, erkannte der Zugführer einen Gegenstand auf den Schienen. Er leitete sofort eine Schnellbremsung ein - aus einer Geschwindigkeit von etwa 120 Stundenkilometern. Trotz Bremsung konnte er nicht verhindern, dass der Zug über den Gegenstand fuhr. Das Metallteil verkeilte sich unter dem Triebfahrzeug und beschädigte es.

Der Zug konnte nicht weiter fahren - etwa 90 Fahrgäste mussten aus der Bahn evakuiert werden. Anschließend wurden sie mit Bussen zum Dortmunder Hauptbahnhof gefahren. Durch den Vorfall erlitt der Triebfahrzeugführer einen Schock und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Bundespolizei leitet Ermittlungen ein und sucht Zeugen

Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass Unbekannte einen so genannten Hemmschuh, der 55 Zentimeter lang und neun Kilogramm schwer ist, auf einen der beiden Schienenköpfe gelegt hatten. Dieser keilähnliche Gegenstand hat eigentlich die Aufgabe, bei Rangierarbeiten Güterwagons abzubremsen. Bei einer entsprechend hohen Geschwindigkeit hätte der Hemmschuh laut Bundespolizei unter Umständen den Zug entgleisen lassen können. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

Die Ermittlungen dauern an. Die Bundespolizei bittet um Zeugenhinweise. Wer am Freitagabend, im Zeitraum zwischen 17.05 Uhr bis 18.05 Uhr, im Bereich der Bahnstrecke an der Heinrich-August-Schulte-Straße, an der Bushaltestelle, an der Westfalia- und Königsbergstraße Personen beobachtet hat, die sich dort aufhielten oder sich von den Bahnanlagen entfernten, wird gebeten sich bei der Bundespolizei zu melden. Hinweise nimmt die Polizei unter der kostenfreien Servicenummer 0800/6 888 000 oder an jeder Polizeidienststelle entgegen. (we)

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