"Es hätte schlimmer kommen können"

Architekt Piet Neiser (ganz rechts) ist der neue Eigentümer des Gerresheimer Bahnhofsgebäudes. Foto: Sergej Lepke
Architekt Piet Neiser (ganz rechts) ist der neue Eigentümer des Gerresheimer Bahnhofsgebäudes. Foto: Sergej Lepke
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf.. Architekt Piet Neiser, der neue Eigentümer des Gerresheimer Bahnhofsgebäudes, sprach die Überraschung direkt an. Viele seien sicher enttäuscht, dass die Wahl auf ihn gefallen sei. „Aber es hätte Sie schlimmer treffen können“, sagte er. Jedenfalls gehöre er nicht zu den Investoren, die eine Immobilie liegen lassen, bis ihr Wert gestiegen sei: „Ich will sofort anfangen zu bauen.“

Neiser versprach, sein Konzept in enger Zusammenarbeit mit dem Gerresheimer Architekten Niklaus Fritschi vom „Förderkreis Industriepfad“ zu planen. Neben Büros werde es auch eine Gastronomie und Platz für Kunst und Theater geben.

Buchstäblich mit Kind und Kegel kamen die Gerresheimer am Samstag zum Bürgerforum in die alte Glashütten-Kantine. Einige brachten ihren Hund mit, sogar Babys werden später berichten können, dass sie dabei waren, als die Weichen für die Zukunft am Bahnhof gestellt wurden. Der wird sein Aschenputteldasein in der „Schmuddelecke“ (Neiser) bald ändern. Nur, welche Träume dabei in Erfüllung gehen, bleibt abzuwarten. Denn Neiser machte unmissverständlich klar: „Es muss wirtschaftlich funktionieren.“

Vision eines "Kulturbahnhofs"

Der Förderkreis hat die Vision eines „Kulturbahnhofs“ mit Proberäumen für die freie Szene und einem großen Theatersaal, der zugleich Bürgersaal werden kann. Damit würde das Theater der Klänge 25 Jahre nach seiner Gründung erstmals ein eigenes Domizil erhalten. Daneben schlägt er eine „stimmungsvolle Gastronomie“, eine Bäckerei „an strategisch richtiger Stelle“, Ateliers, Programmkino und Industriemuseum vor.

Er sei beeindruckt, bekannte Piet Neiser, der bereits mehrere Industriebauten in Düsseldorf umgebaut hat. Der Bahnhof ist sein erstes Denkmal: „Das finde ich besonders spannend.“ Bei der künftigen Nutzung hoffe er auf die Unterstützung des Förderkreises, vor allem des Historikers Peter Henkel. Als aus dem Publikum nach der konkreten Umsetzung gefragt wurde, meinte er nur: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass es erfolgreich wird.“

Für die kulturellen Aspekte müsse die Stadt der „dritte Mann im Bunde“ sein, schlug Architekt Fritschi vor. Etwa durch langfristige Mietgarantien: „Denn Kultur trägt sich nicht selbst.“

Kulturdezernent plädierte für Zusammenarbeit

Der anwesende Kulturdezernent Hans-Georg Lohe machte eifrig Notizen und fand, dass die Vorstellungen von Neiser und Fritschi gar nicht so weit auseinander liegen. „Arbeiten Sie gemeinsam!“ forderte er die Experten auf und kündigte Unterstützung an.

Mit Unterschriften appellierten die Zuhörer an Rat und Verwaltung, dem Kulturkonzept eine Chance zu geben. Eine erste Abstimmung mit roten Punkten zeigte, dass der kombinierte Theater- und Bürgersaal auf der Wunschliste ganz oben steht.

 
 

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