Ertappte Sprayer wurden nicht rückfällig

Michael Mücke
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Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

Düsseldorf. Der Kriminalpräventive Rat beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Problem Sprayer - eine Patentlösung hat er noch nicht gefunden. Die Rheinbahn setzt in Bussen auf einen Schutzlack ein, der die Oberflächen von Innenverkleidungen und Sitzen versiegelt, so dass sich Graffitis wieder entfernen lassen.

Das Hauptproblem ist aber, dass nur ein Bruchteil der meist jugendlichen Sprayer auf frischer Tat ertappt wird. Diejenigen, die die Polizei ermittelt hat, sollen nach Möglichkeit den angerichteten Schaden wieder gut machen und selbst zur Bürste und zum Putzmittel greifen.

Netzwerk gebildet

Die Politik hatte eine solche Initiative nach dem Münchener Vorbild gefordert. 2010 startete der Jugendring schließlich in Zusammenarbeit mit Stadt, Justiz, Polizei und Jugendring das Projekt „EinWandfrei“.

43 Sprüher vermittelt

Im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs erhalten Ersttäter in einem vom Jugendring betreuten Projekt die Chance, ihre Schmierereien wieder zu beseitigen, so dass es zu keinem Strafverfahren kommen muss und auch keine weiteren Schadensersatzansprüche zu befürchten sind.

43 ertappte Graffiti-Sprayer hat das Jugendkommissariat bis Ende 2011 an diese Initiative vermittelt. Bei elf von ihnen liegt die Tat schon über ein Jahr zurück. „Und von denen ist kein einziger mehr auffällig geworden“, betont Wolfgang Wierich, Leiter des Jugendkommissariates.

Für eine endgültige Beurteilung dieser Initiative ist zwar noch ein längerer Zeitraum nötig. Aber die bisherigen Ergebnisse lassen hoffen, so die Polizei. Die Richtung stimmt. Wierich: „Die jungen Täter übernehmen die Verantwortung. Und die Opfer bleiben nicht auf ihrem Schaden sitzen. So ist eine Wiedergutmachung möglich.“

Und das spätestens drei Wochen nach der Tat.