Erstmals Winterwetter beim Langlauf-Weltcup

Rüdiger Hoff
Und Action! Düsseldorf startet an diesem Wochenende der Ski-Langlauf Weltcup. (Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool)
Und Action! Düsseldorf startet an diesem Wochenende der Ski-Langlauf Weltcup. (Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool)
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf. Zum neunten Mal wird Düsseldorf zum Austragungsort eines Ski-Weltcups. An diesem Wochenende startet die Elite der Langläufer am Rheinufer - erstmals bei echten Winter-Verhältnissen. In den vergangenen Jahren gab’s meist Regen.

Jochen Behles Blick schweift über den Burgplatz. „Acht Mal haben wir von einem Badehosen-Rennen gefrotzelt. Jetzt heißt es zu Recht: Düsseldorf - ein Wintermärchen“, plaudert der Bundestrainer. Die neunte Auflage bringt in der Tat die Premiere für winterliche Minus-Temperaturen, wenn an diesem Samstag (ab 10.15 Uhr) und am Sonntag (11 Uhr) die globale Elite der Skilangläufer am Rheinufer wieder um Weltcup-Punkte sprintet.

Die längste Loipe

Die frostige Witterung erleichterte auch die Pistenpräparierung. Nur 2500 statt sonst 3500 Kubikmeter Kunstschnee mussten aus der Skihalle Neuss angekarrt werden, um das 800 Meter messende weiße Band und damit die längste Loipe der Sprint-Saison zu ziehen. Die führt diesmal auch über den Burgplatz, wo ein 1000 Quadratmeter großes Partyzelt aufgebaut ist.

Hier gibt’s an beiden Tagen ein musikalisches Bespaßungsprogramm mit DJ’s und Live-Bands. Mit dabei sind am Samstag um 18 Uhr Texas Lightning, die als Ex-Grand-Prix-Teilnehmer an den Song Contest in der Arena erinnern sollen. Noch ein optischer Wink mit dem Zaunpfahl: Das große „Lena-Plakat“ an prägnanter Stelle dürfte bestens in der ARD, die an beiden Tagen live überträgt, zu sehen sein. Währenddessen schickt Eurosport die Bilder vom Rheinpanorama in mehr als ein Dutzend weitere Länder.

Weltcup 2012 ist bereits fest gebucht

Vor neun Jahren als „Versuchsballon bei den Flachlandtirolern“ gestartet und teilweise belächelt, hat sich das Rennwochenende am Rhein im Weltcup-Kalender nun etabliert. Von Aktiven und Funktionären gibt’s durch die Bank lobende Worte für „perfekte Organisation“ und das „besondere Flair“.

Fest gebucht ist der Rheinufer-Weltcup bis 2012. „Doch einer mittel- bis langfristigen Verlängerung sollte nichts im Wege stehen. Positive Gespräche dazu sind bereits angelaufen“, sagt Christina Begale, die Chefin der Sportagentur, die betont: „Die große Zuschauerresonanz gibt uns Recht. Wir bieten internationalen Spitzensport und ein Rahmenprogramm, ohne nur einen Cent Eintritt zu nehmen. Ich wüsste nicht, wo es das sonst noch gibt.“

Düsseldorf ist auch bei den Athleten beliebt

Auch bei den Athleten ist der Standort Düsseldorf beliebt. „Der Zeitplan ist zwar eng gestrickt. Doch ein Bummel über die Kö ist immer drin“, verrät Nicole Fessel, die nach der krankheitsbedingten Absage von Evi Sachenbacher-Stehle als erfolgversprechendste deutsche Teilnehmerin gilt. Was ihr noch gefällt: Die mehr als 120 Teilnehmer aus über 20 Nationen sind allesamt im Arena-Hotel untergebracht. „Auch das gibt es nirgendwo anders und sorgt für eine besonders gute und entspannte Atmosphäre“, findet Fessel.

Die Organisatoren hoffen derweil auf eine erkleckliche Zuschauerzahl. Als man in den Vorjahren Hunderttausende offiziell angab, war dies allerdings mit einem Schmunzeln zu registrieren. Da wurden augenscheinlich sämtliche Altstadtbesucher mitgezählt. Ein Wintermärchen.