Erste Tankstelle für Radfahrer

Von Michael Mücke
Oberbürgermeister Dirk Elbers und Stadtwerke-Vorstandsmitglied Rainer Pennekamp nahmen gestern die bundesweit erste Ladestation für E-Bikes in Betrieb. Demnächst soll es noch weitere Tankstellen für Radfahrer geben.Fotos:Ingo Lammert
Oberbürgermeister Dirk Elbers und Stadtwerke-Vorstandsmitglied Rainer Pennekamp nahmen gestern die bundesweit erste Ladestation für E-Bikes in Betrieb. Demnächst soll es noch weitere Tankstellen für Radfahrer geben.Fotos:Ingo Lammert

Düsseldorf. Der Trend ist unaufhaltsam. Immer mehr Düsseldorfer satteln um und surren auf Elektro-Fahrrädern leise und abgasfrei durch die Stadt.

Während landesweit mühselig und bisher nur mit mäßigem Erfolg für Elektroautos geworben wird, brauchen die Radfahrer dafür keinen Anschub, keine Fördergelder.

E-Bikes und Pedelecs haben sich innerhalb kurzer Zeit zum Selbstläufer entwickelt. Michael Buschmaas, Geschäftsführer von „e-motion Technologies Düsseldorf Süd“, einem Zusammenschluss von E-Zweirad-Verkäufern, prognostizierte gestern: In fünf Jahren hat jedes zweite Fahrrad in Düsseldorf einen Elektromotor.

Einer, der es gerne bequem auf dem Sattel hat, ist Oberbürgermeister Dirk Elbers. Im Business-Anzug auf dem Elektro-Fahrrad schnell das Ziel zu erreichen, ohne ins Schwitzen zu kommen, das gefällt ihm. Gestern war so ein Termin. Gemeinsam mit Stadtwerke-Vorstand Rainer Pennekamp (der erschien gleich mit Fahrradhelm) nahm er gestern die bundesweit erste Ladestation für Elektro-Fahrräder am Rathausufer/Ecke Zollstraße in Betrieb.

Dafür fuhr er extra mit einem E-Bike vor. Einen Elektroantrieb brauchte der OB zwar für diesen kurzen Weg nicht, schließlich befindet sich sein Amtszimmer gleich um die Ecke, aber sein Auftritt diente schließlich einer guten Sache, will er doch fürs Fahrrad die Werbetrommel rühren. „Wir sind eine radaktive Stadt, der Fahrradverkehr nimmt ständig zu“, betonte der OB. Dem müsse Rechnung getragen werden.

Zwar haben die heutigen Fahrrad-Akkus schon so viel Power, dass sie erst nach 60 bis 100 Kilometern aufgeladen werden müssen. Aber viele Ausflügler, die mit dem Elektro-Fahrrad zur Rheinuferpromenade radeln, kommen von weit her. Für sie gibt es jetzt den kostenlosen Service, den Akku aufladen zu können und den Zwischenstopp für einen Bummel durch die Altstadt oder ein Päuschen am Rhein zu nutzen.

Die Strategie-Abteilung der Stadtwerke hat das Konzept für die erste Elektrofahrrad-Tankstelle geliefert und die Stadtwerke-Azubis haben es in die Tat umgesetzt.

Das Prinzip und die Bauweise sind eigentlich ganz einfach: Neben dem Fahrradständer wird in Schulterhöhe eine Box installiert. Der Nutzer muss vor Ort mit seinem Handy nur eine SMS verschicken und erhält sofort eine Bestätigung. Dann muss er das Akku vom Fahrrad in die Box legen, am Stecker anschließen und die Box verriegeln, Fertig. So bleibt der mehrere hundert Euro teure Akku diebstahlgeschützt.

Spätestens nach 90 Minuten ist der Akku voll geladen. Der Ladevorgang kann aber jederzeit beendet werden. Der Radfahrer muss lediglich eine SMS mit dem Vermerk „Stop Stromtanke“ eintippen, schon öffnet sich der Kasten.

In den nächsten Wochen werden drei weitere Boxen neben den Fahrradständern am Rathausufer installiert, danach werden zusätzliche Standorte für Fahrrad-Tankstellen gesucht. „Wir müssen gucken, wohin die Leute radeln und dort verweilen“, sagte Rüdiger Gutt, Vorsitzender des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen. Gerade touristische Ziele von Radfahrern bieten sich an, um dort Ladestationen aufzustellen.

Verkehrsdezernent Stephan Keller kündigte an, die Zahl der elek-trobetriebenen Dienst-Fahrräder (derzeit sind es zehn) möglichst bald zu erhöhen. Außerdem will der Beigeordnete, die städtischen Mitarbeiter dazu bewegen, einen Teil der Dienstfahrten mit dem Radl zu machen. Diese Kampagne hatte Keller bereits vor längerer Zeit angekündigt. Im April will er darüber im Ordnungs- und Verkehrsausschuss berichten.