Erste Groß-Moschee für Düsseldorf entsteht in Reisholz

Götz Middeldorf
An der Nürnberger Straße (rechts unten) wird die Moschee mit zwei Minaretten am Eingang stehen. Links dahinter wird das Gemeindezentrum gebaut.
An der Nürnberger Straße (rechts unten) wird die Moschee mit zwei Minaretten am Eingang stehen. Links dahinter wird das Gemeindezentrum gebaut.
Foto: Masjid Assalam
Der marokkanische Verein „Masjid Assalam“ (Haus des Friedens) baut für 4,2 Millionen Euro in Reisholz eine Moschee mit zwei Minaretten und Gemeindezentrum. Vor dem Bau der ersten Groß-Moschee in Düsseldorf läuft alles harmonisch ab. Masjid Assalam distanziert sich von radikal-islamischen Tendenzen.

Düsseldorf. In vielen Städten gab es Bedenken, Ärger und sogar Proteste beim Bau von Moscheen. In Düsseldorf ist es anders: In Reisholz entsteht an der Nürnberger Straße eine Groß-Moschee. Es ist die erste in Düsseldorf, hier werden auch Düsseldorfs erste Minarette gebaut.

Aber Ärger und Proteste? Gibt es nicht! „Im Gegenteil“, sagt Abdelaaziz Fachrou vom marokkanischen Verein „Masjid Assalam“ (Haus des Friedens). „Unsere Nachbarn sind aufgeschlossen und neugierig. Wir haben uns schon früh bei ihnen vorgestellt.“ Masjid Assalam arbeitet sehr offen und transparent, distanziert sich von radikal-islamischen Tendenzen.

Kein Muezzin - Minarette nur symbolisch

Der Verein (1993 von Marokkanern gegründet, 280 Mitglieder) hat 2007 das 4200 Quadratmeter große Grundstück gekauft. Im Gebäude am Grundstücksrand sind Büros, Aufenthaltsräume und ein Gebetsraum. Die anderen Hallen wurden im März vergangenen Jahres abgerissen, im Mai 2013 war die Grundsteinlegung. Inzwischen steht der Rohbau, die Außenwände recken sich in den Himmel, über allem schwebt der Ausleger eines Kranes. Noch nicht erkennbar ist, dass hier einmal ein muslimisches Gotteshaus stehen wird. Mit einem wichtigen Bestandteil: Den zwei Minaretten links und rechts des Eingangs. Die werden 14 Meter hoch. „Eigentlich hatten wir 18 Meter geplant, das wurde aber nicht genehmigt“, sagt Abdelaaziz Fachrou. Oben an der Spitze werden leuchtende Kugeln angebracht. Ein Muezzin wird von hier aber nicht zum Gebet rufen. Auch Lautsprecher werden nicht angebracht. Die Minarette stehen symbolisch an der Moschee.

Neben der Moschee auf dem hinteren Teil des Grundstückes entsteht ein Gemeindezentrum. Hier soll Betreuung von Jugendlichen und Hausaufgabenhilfe stattfinden, Koran- und Arabisch-Unterricht, auch Freizeitangebote sind geplant.

Rohbau soll im November fertig sein

„Wir investieren 4,2 Millionen in das Projekt“, sagt Rashid Bassit, Vorsitzender des Bauausschusses des Vereins. Allerdings ist die Finanzierung noch nicht gesichert, deswegen wird etappenweise gebaut. Bassit: „Bis zur Fertigstellung des Rohbaus im November ist Geld da.“ Dann wird weiter geschaut. 60 bis 70 Prozent der Gesamtsumme fehlen noch. Doch der Vereins-Chef und der Vorsitzende des Bauausschusses sind sicher, dass sich die Mitglieder und Freunde des Vereins weiter spendabel zeigen – und das Gesamt-Projekt bis 2016 abgeschlossen ist. Denn ein kleines Problem hat der Verein: Moslems dürfen aus Glaubensgründen keine Zinsen zahlen, damit keine Darlehen aufnehmen und die derzeitige Niedrigzins-Phase nutzen. Dass es zu Verzögerungen beim Bau von Moschee und Gemeindezentrum kommt, glauben die Verantwortlichen nicht. Und mit arabischer Gelassenheit sagt Bassit: „Irgendwie geht das schon...!“