Erste Entwarnung für Düsseldorf

Viele Uferrwege stehen unter Wasser. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Viele Uferrwege stehen unter Wasser. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf. Das Wetter hat es mit Düsseldorf gut gemeint. Die Niederschläge am Rhein lassen nach. Der Fluss steigt wesentlich langsamer als befürchtet. Schon jetzt steht fest: Dieses Hochwasser wird hier keine Rekordwerte erreichen.

Der Hochwasser-Meldedienst Mainz erwartet den höchsten Pegel für die Stadt Düsseldorf morgen früh mit 8,45 bis 8,55 Meter. Für danach lautet die Tendenz: „fallend“. Bleibt es bei dieser Prognose, kann für Düsseldorf Entwarnung gegeben werden. Der Rhein wird nirgendwo über die Deiche schwappen. Auch nicht an der Nikolausstraße in Himmelgeist.

Related contentZwar wurde heute früh der Pegel von acht Metern überschritten, stand das Untere Werft zwischen Kniebrücke und Theodor-Heuss-Brücke unter Wasser, blieb der Bereich für Parkplatz-Suchende und Fußgänger tabu - und damit ebenso der Zugang zu den Boot-Restaurants und den Kasematten. Auch waren viele Uferwege in Himmelgeist, Benrath, Kaiserswerth und Wittlaer überschwemmt. Doch in keinem Wohnviertel hieß es „Land unter“. Nicht ein einziges Mal musste die Feuerwehr wegen Gefahr für Haus und Leben ausrücken. Insofern hat Düsseldorf wieder einmal Glück.

Doch kein
Krisenstab

Noch am Sonntag erwog die Stadt, einen Krisenstab einzusetzen, weil man höhere Pegelstände befürchtete. Doch heute atmeten die Verantwortlichen auf, als sie die aktuellen Voraussagen lasen. Aus der Krisensitzung wurde am Vormittag eine zweistündige „Arbeitsbesprechung“, zu der der Einsatzleiter der Feuerwehr den für Hochwasserschutz zuständigen Stadtentwässerungsbetrieb, die Polizei und das Ordnungsamt eingeladen hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass kein Alarm geschlagen werden muss. Es ging in erster Linie darum, auf Nummer sicher zu gehen. Fünf Mitarbeiter des Stadtentwässerungsbetriebes kontrollieren ständig Deiche und Hochwassertore. Die Feuerwehr, die bis letzten Sonntag auf der Sonderwache Posener Straße 30 000 Säcke mit gefüllt hatte, stellt jetzt weitere 20 000 Sandsäcke bereit - nur für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass ein Deich bricht. Denn der Druck auf die Schutzwälle ist nicht besonders groß. Meist reicht das Wasser am Ufer nur bis Fußhöhe.

Claus Henning Rolfs, Chef des Stadtentwässerungsbetriebes, gibt „vorsichtige Entwarnung“. Ob der Rhein zum Ende der Woche dann noch mal ansteigt, hängt davon ab, ob es an der Mosel und am Oberrhein wieder stärker und länger regnen wird. Das jetzige Hochwasser geht ab heute Mittag nur langsam zurück.

 
 

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